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Guimarães - Die besten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen 2026

Guimarães nimmt in der Geschichte Portugals einen ganz besonderen Platz ein. Hier hat die Nation ihren Anfang genommen: Afonso Henriques, der erste König Portugals, wurde hier geboren und wuchs hier auf, bevor er sich daranmachte, ein unabhängiges Königreich zu schmieden. Diese Geschichte steckt in jeder Granitmauer und jeder gepflasterten Gasse, und sie verleiht der Stadt einen Charakter und eine Authentizität, die du spürst, sobald du ankommst.

Was Guimarães für mich so lohnenswert macht, ist aber nicht nur die Geschichte. Wenn du durch die Altstadt spazierst, entdeckst du eine Stadt, die ihr mittelalterliches Erbe mit Stolz trägt, von der alten Steinburg auf dem Hügel über den Herzogspalast bis zu den verwinkelten traditionellen Gassen, die sich darunter durch die Stadt ziehen.

Ich komme seit 2001 nach Guimarães, und es ist einer dieser Orte, die ich Freunden und Familie immer wieder gern zeige, ob beim Bummel durch die reizvollen Straßen oder bei einer Fahrt mit der Seilbahn hinauf zur Penha an einem sonnigen Frühlingstag.

In diesem Reiseführer stelle ich dir die meiner Meinung nach besten Sehenswürdigkeiten von Guimarães vor, von den berühmten Wahrzeichen bis zu weniger bekannten Orten. Ob du für einen Tagesausflug aus Porto kommst oder länger bleibst, um die Umgebung zu erkunden: Es gibt hier weit mehr zu entdecken, als du vielleicht erwartest.
Weitere Artikel: Einführung in Guimarães - Tagesausflüge ab Porto

Das Beste von Guimarães

Hier findest du die Höhepunkte von Guimarães, also die Sehenswürdigkeiten, die du bei einem Besuch meiner Meinung nach nicht verpassen solltest. Unter diesem Abschnitt findest du eine interaktive Karte für deine Reiseplanung und danach ausführliche Beschreibungen der einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Castelo de Guimarães

Castelo de Guimarães

Die Burg auf dem Hügel, in der Afonso Henriques, der erste König Portugals, im Jahr 1110 geboren wurde. Steig auf den 28 m hohen Bergfried: Von dort oben hast du einige der schönsten Ausblicke über die Stadt.

Paço dos Duques de Bragança

Paço dos Duques de Bragança Guimarães

Ein Palast aus dem 15. Jahrhundert, dessen Baustil eher an einen burgundischen Herrensitz erinnert als an ein portugiesisches Bauwerk. Über 60 Räume voller Wandteppiche, Waffen und historischer Möbel, außerdem dient er noch heute als offizielle Residenz des Staatspräsidenten.

Largo da Oliveira

Largo da Oliveira Guimarães

Das Herzstück der Altstadt: ein mittelalterlicher Platz, eingerahmt vom alten Rathaus, einem gotischen Denkmal aus dem 14. Jahrhundert und dem Olivenbaum, dem der Platz seinen Namen verdankt.

Igreja de Nossa Senhora da Oliveira

Igreja de Nossa Senhora da Oliveira

Eine gotische Kirche, deren Ursprünge bis ins Jahr 950 zurückreichen und in der sich einer der schönsten mittelalterlichen Silberaltäre Portugals befindet. Im angrenzenden Kloster ist heute das Museu de Alberto Sampaio untergebracht.

Muralhas de Guimarães

Muralhas de Guimarães

Der am besten erhaltene Abschnitt der mittelalterlichen Stadtmauer verläuft entlang der Avenida Alberto Sampaio. Dort kannst du auf den alten Wehrgängen über der Stadt entlanglaufen.

Igreja de São Miguel do Castelo

Largo da Oliveira Guimarães

Eine winzige romanische Kapelle direkt vor den Burgmauern. Drinnen steht noch immer das ursprüngliche Taufbecken, in dem Afonso Henriques 1106 getauft wurde.

Igreja dos Santos Passos

Igreja dos Santos Passos

Die Barockkirche mit den zwei Türmen bildet den Abschluss des Jardim da Alameda. Ihre reich verzierte Fassade gehört zu den meistfotografierten Motiven in Guimarães.

Penha

Penha Guimarães

Ein bewaldeter Hügel südlich der Stadt, durchzogen von Wanderwegen zwischen gewaltigen Granitfelsen. Fahr mit der Seilbahn hinauf und geh zu Fuß hinunter, oder nimm dir einen halben Tag Zeit, um die Wege und das Heiligtum auf dem Gipfel zu erkunden.

Citânia de Briteiros (15 km von Guimarães entfernt)

Citânia de Briteiros

Die Überreste einer befestigten Höhensiedlung aus der Eisenzeit mit über 150 runden Steinhäusern und gepflasterten Straßen. Kaum irgendwo in Portugal kannst du besser sehen, wie die vorrömischen keltischen Gemeinschaften lebten.

Die interaktive Karte unten zeigt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Guimarães. (Hinweis: Zoom heraus, um alle Markierungen auf dem Penha-Hügel zu sehen.)

 

Legende: 1) Castelo de Guimarães 2) Paço dos Duques de Bragança 3) Igreja de Nossa Senhora da Oliveira 4) Igreja de São Miguel do Castelo 5) Santuário da Penha e Monte da Penha 6) Praça de São Tiago 7) Igreja de São Francisco 8) Convento de Santa Marinha da Costa 9) Igreja do Carmo 10) Padrão do Salado 11) Casa da Memória de Guimarães 12) Igreja dos Santos Passos 13) Antiga Câmara Municipal 14) Câmara Municipal de Guimarães 15) Teleférico da Penha 16) Convento de Santo António dos Capuchos 17) Basílica de São Pedro 18) Aqui Nasceu Portugal 19) Aussichtspunkt Papa Pio IX
Sehenswürdigkeiten in der Region Guimarães 20) Citânia de Briteiros 21) Basílica de São Torcato 22) Kloster Santa Maria de Pombeiro 23) Castelo de Arnóia 24) Parque Aquático de Fafe

Wie wäre es mit einer geführten Tour durch Guimarães?

Wenn du zum ersten Mal in Guimarães bist, ist eine Kleingruppentour eine tolle Möglichkeit, die Geschichten hinter den Sehenswürdigkeiten zu hören, und du ersparst dir den Umstand mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich arbeite seit sieben Jahren mit GetYourGuide zusammen, und zu den besten Touren, die GetYourGuide für Guimarães anbietet, gehören:

Sehenswürdigkeiten in Guimarães

Castelo de Guimarães

Die Burg von Guimarães wurde 959 von Gräfin Mumadona Dias gegründet, einer der mächtigsten Persönlichkeiten im Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Die Burg sollte ein nahe gelegenes Kloster vor Überfällen der Wikinger und Mauren schützen. Sie wurde direkt auf den Granitfelsen des Monte Latito gebaut, sodass der natürliche Fels einen Teil ihres Fundaments bildet. Das kannst du heute noch deutlich erkennen.

Ihr Platz in der portugiesischen Geschichte ist der Burg seit 1110 sicher, denn damals wurde hier Afonso Henriques geboren, der spätere erste König Portugals. Der eigentliche Wendepunkt kam aber 1128: In der Schlacht von São Mamede, direkt vor den Burgmauern, kämpfte Afonso Henriques gegen die Truppen seiner eigenen Mutter, Teresa von León, und besiegte sie. Dieser ungewöhnliche Familienstreit ebnete den Weg zur Unabhängigkeit Portugals, und deshalb gilt die Burg als „Wiege Portugals“.

Heute siehst du einen Ring aus massiven Steinmauern mit acht Türmen und einem 28 Meter hohen, quadratischen Bergfried, der im 13. Jahrhundert hinzukam. Wenn du dir den Bergfried genau anschaust, fällt dir auf, dass der ursprüngliche Eingang mehrere Meter über dem Boden liegt. Früher war er als letzte Verteidigungslinie nur über eine abnehmbare Holzleiter erreichbar. Die Aussicht von oben ist den Aufstieg wert.

Jahrhundertelang war die Burg dem Verfall überlassen, zeitweise diente sie sogar als Gefängnis, und es gab ernsthafte Pläne, sie abzureißen und die Steine als Pflaster zu verwenden. Gerettet hat sie nur ihre symbolische Bedeutung. Eine umfassende Restaurierung in den 1940er-Jahren brachte sie wieder in einen Zustand, der ihrer mittelalterlichen Form recht nahekommt.

Castelo de Guimarães

Paço dos Duques de Bragança

Der Palast der Herzöge von Bragança wurde im 15. Jahrhundert von Afonso erbaut, dem ersten Herzog von Bragança. Der Adlige hatte einige Zeit am burgundischen Hof verbracht und wollte diesen Stil nach Portugal holen. Das Ergebnis gibt es so kein zweites Mal im Land: 39 zylindrische Schornsteine nach dem Vorbild nordeuropäischer Herrenhäuser, Zinnen, die dem Bau das Aussehen einer wehrhaften Burg verleihen, und ein gotischer Kreuzgang, der fast klösterlich wirkt.

Drinnen beeindrucken vor allem die großen Säle. Ihre Holzdecken wurden mit Techniken aus dem Schiffsbau gezimmert, die Balken erinnern an umgedrehte Schiffsrümpfe. Die flämischen Wandteppiche, die die portugiesische Eroberung Nordafrikas zeigen, gehören zu den bedeutendsten in Portugal. Im Grunde sind es Kriegsszenen aus dem 15. Jahrhundert, mit Fäden erzählt. Außerdem gibt es eine Waffensammlung, an der du den Übergang von Breitschwert und Kettenhemd zu den ersten Feuerwaffen nachvollziehen kannst.

Einen Raum solltest du kennen: die Sala dos Passos Perdidos, den „Saal der verlorenen Schritte“. Der Name geht auf die Besucher zurück, die hier auf und ab liefen, während sie auf eine Audienz beim Herzog warteten.

Wie die Burg über ihm war auch der Palast jahrhundertelang verlassen. Die Restaurierung in den 1930er-Jahren war gründlich, aber nicht unumstritten, denn manche Teile wurden prachtvoller nachgestaltet, als sie ursprünglich waren.

Paço dos Duques de Bragança
Paço dos Duques de Bragança Guimarães

Wandteppiche aus dem 17. Jahrhundert im Paço dos Duques de Bragança

Igreja de Nossa Senhora da Oliveira

Die Kirche Unserer Lieben Frau vom Olivenbaum steht seit dem 10. Jahrhundert im Zentrum von Guimarães. Damals gründete Gräfin Mumadona an dieser Stelle ein Kloster. Der heutige gotische Bau stammt aus dem 14. Jahrhundert. König João I. gab ihn in Auftrag, um seinen Sieg in der Schlacht von Aljubarrota 1385 zu feiern.

Hinter dem Namen der Kirche steckt eine Geschichte, der man kaum widerstehen kann. 1342 schlug ein abgestorbener, vertrockneter Olivenstamm, der auf dem Platz stand und ein Kreuz stützte, plötzlich wieder aus. Dieses Wunder begründete den Ruf der Kirche, und noch heute wächst auf dem Platz ein Nachfahre des Olivenbaums. Er wurde 1985 neu gepflanzt, damit die Legende lebendig bleibt.

Im Inneren überlagern sich mehrere Jahrhunderte. Die unteren Teile des Glockenturms und Abschnitte des unregelmäßig geformten Kreuzgangs sind romanisch, Überreste von Mumadonas ursprünglichem Kloster. Der Turm selbst trägt dagegen manuelinische Elemente aus dem Zeitalter der Entdeckungen. Für die bemalte Holzdecke in Blau und Gold und das vergoldete Schnitzwerk der Kapellen solltest du dir einen Moment Zeit nehmen.

Im angrenzenden Museu de Alberto Sampaio sind zwei bemerkenswerte Stücke zu sehen: ein tragbarer Altar aus vergoldetem Silber, den João I. angeblich mit nach Aljubarrota nahm, und der gepolsterte Waffenrock, den er an jenem Tag trug. Er gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Militärkleidungsstücken Europas.

Museu de Alberto Sampaio Guimarães
olive tree Guimarães

Igreja de São Miguel do Castelo

Diese kleine Granitkapelle steht direkt vor den Burgmauern und ist vor allem als der Ort bekannt, an dem Afonso Henriques getauft wurde, wahrscheinlich um 1111, auch wenn auf den meisten Schildern noch das überlieferte Datum 1106 steht. Das ursprüngliche steinerne Taufbecken steht noch in der Kapelle. Seine Bronzeabdeckung kam im 19. Jahrhundert dazu, damit Besucher keine Stücke mehr als Andenken abschlagen konnten.

Die Kapelle ist aus demselben einheimischen Granit gebaut wie die Burg und wirkt fast wie ein Wehrbau: winzige Schlitzfenster, die ebenso gut als Ausguck zur Verteidigung dienen könnten, dicke Mauern, kein Schmuck. Der Boden ist komplett mit den Grabplatten jener adligen Krieger gepflastert, die bei São Mamede an der Seite von Afonso Henriques kämpften. Auf manchen sind nur noch eingemeißelte Breitschwerter zu erkennen, weil die Namen verloren gegangen sind.

Wie so vieles in Guimarães war die Kapelle jahrhundertelang vernachlässigt und diente zeitweise als Heuspeicher. Restauriert wurde sie erst, als die Romantik im 19. Jahrhundert das Interesse an der Gründungsgeschichte Portugals neu weckte.

Igreja de São Miguel do Castelo

Muralhas de Guimarães

An der Stadtmauer lässt sich ablesen, wie Guimarães von einer Festung auf dem Hügel zu einer richtigen mittelalterlichen Stadt heranwuchs. Die erste Mauer umschloss die Oberstadt rund um die Burg. Als aber immer mehr Kaufleute zuzogen, ließ König Dinis im 13. und 14. Jahrhundert einen zweiten, größeren Mauerring bauen. Er sollte zwei bis dahin getrennte und oft rivalisierende Gemeinden zusammenführen: die Burgstadt und die Klosterstadt.

Der bekannteste Abschnitt ist die Torre da Alfândega mit der Inschrift „Aqui Nasceu Portugal“ (Hier wurde Portugal geboren), die zum inoffiziellen Logo der Stadt geworden ist. Ein Großteil der übrigen Mauer wurde im 19. Jahrhundert abgerissen, weil man sie als Hindernis für den modernen Verkehr ansah. Die Steine wurden für genau die Straßen wiederverwendet, über die du heute läufst.

Am besten erhalten ist das Stück entlang der Avenida Alberto Sampaio. Dort kannst du über den Wehrgang gehen und auf die Rückseiten der mittelalterlichen Häuser hinunterschauen, die im Lauf der Jahrhunderte in die Mauer hineingewachsen sind.

Muralhas de Guimarães

Monte da Penha und Santuário da Penha

Der Monte da Penha ist der ideale Gegenpol zu einem Vormittag in der Altstadt. Der bewaldete Hügel südlich von Guimarães ist mit uralten Kastanien und Eichen bewachsen, und die Wanderwege schlängeln sich zwischen riesigen Granitblöcken hindurch, die die Erosion zu seltsamen, rundlichen Formen geschliffen hat. Im Lauf der Jahrhunderte haben die Einheimischen Stufen in manche Felsen gehauen und kleine Höhlen zu Schreinen und Picknickunterständen umgestaltet.

Das Heiligtum auf dem Gipfel ist ein ungewöhnliches Bauwerk. Der Architekt José Marques da Silva entwarf es, gebaut wurde zwischen 1930 und 1947. Weil es aus demselben grauen Granit besteht wie die Felsblöcke ringsum, wirkt es aus der Ferne fast wie ein Teil des Berges. Aus der Nähe fallen die klaren Art-déco-Linien und die scharfe Geometrie auf, die so gar nichts mit den Barockkirchen unten in der Stadt gemeinsam haben. Wenn das Licht stimmt, tauchen die Buntglasfenster von João de Sousa Araújo den Granitinnenraum in Farben.

In der Nähe des Gipfels markiert eine Statue von Papst Pius IX. einen der besten Aussichtspunkte, mit freiem Blick auf die Burg von Guimarães tief unten. Außerdem gibt es eine kleine weiß getünchte Kapelle von 1702, die daran erinnert, dass die Menschen schon lange vor dem Bau des Heiligtums auf diesen Hügel pilgerten.

Santuário da Penha Guimarães church

Teleférico da Penha

Der Teleférico da Penha war bei seiner Eröffnung 1995 die erste Seilbahn Portugals und ist bis heute der bequemste Weg auf den Berg. Auf der 1,7 Kilometer langen Fahrt überwindest du in etwa sieben bis zehn Minuten 400 Höhenmeter, von den mittelalterlichen Gassen der Stadt bis hinauf auf den bewaldeten Gipfel. Eine einfache Fahrt kostet 5,00 €, hin und zurück 10,00 €.

Achte nur auf die Schließzeit, sonst wird der Weg bergab ziemlich lang. Das musste ich eines Abends selbst schmerzlich lernen, lange bevor es in Portugal das bequeme Uber gab.

Teleférico de Guimarães

Convento de Santa Marinha da Costa

Am Hang des Penha-Bergs gelegen und von der darunterliegenden Stadt aus kaum zu sehen, ist dieses ehemalige Kloster einer der lohnendsten Abstecher in Guimarães. Gegründet wurde es 1154 von Königin Mafalda, der Frau von Afonso Henriques. Der Legende nach gelobte sie, es zu bauen, nachdem sie eine schwere Geburt überlebt hatte, und weihte es der Santa Marinha, der Schutzpatronin der Schwangeren.

Im Gebäude überlagern sich Jahrhunderte Geschichte. Die ältesten Bögen zeigen Backsteinarbeiten im Mudéjar-Stil, ein so weit im Norden seltener maurischer Einfluss, während die Korridore mit monumentalen Azulejo-Bildern aus dem 18. Jahrhundert ausgekleidet sind, die das Leben des heiligen Augustinus darstellen; die fast lebensgroßen Figuren sollten die Mönche, die täglich an ihnen vorbeigingen, Demut lehren. In den geometrisch angelegten Gärten erinnert eine barocke Wassertreppe an die Anlage von Bom Jesus in Braga, und das Plätschern des Wassers begleitet dich über die Terrassen.

Bei einem Brand im Jahr 1951 brannte ein Großteil des Inneren aus, doch erstaunlicherweise überstanden die Azulejo-Bilder das Feuer fast unbeschadet. Den Wiederaufbau und den späteren Umbau zur Pousada in den 1970er-Jahren übernahm Fernando Távora, einer der Begründer der Architekturschule von Porto, der die Narben des alten Klosters sichtbar ließ und zugleich modernen Komfort hinzufügte. Du musst nicht in der Pousada übernachten, um Kreuzgänge, Gärten und Kirche zu besichtigen, und vom Gelände aus hast du einen der am schönsten gerahmten Blicke auf die Burg von Guimarães unter dir.

Padrão do Salado

Der Padrão do Salado steht direkt vor der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira, und du läufst leicht daran vorbei, ohne genauer hinzusehen. Dabei ist dieser kleine, 1342 errichtete gotische Baldachin eine der wenigen erhaltenen Gedenkvorhallen in Portugal.

König Afonso IV. gab ihn in Auftrag, um sowohl an seinen Sieg in der Schlacht am Salado als auch an das Wunder des Olivenbaums zu erinnern. Vier Spitzbögen treffen sich an einem zentralen Kreuz (einem manuelinischen Ersatz aus dem 16. Jahrhundert, erkennbar an der tauartig gedrehten Steinmetzarbeit), und wenn du dir die Kapitelle der Pfeiler genau ansiehst, entdeckst du winzige, verwitterte Reliefs von Köpfen und Blattwerk, die verschiedene Gesellschaftsschichten darstellen. Er war als Andachtsstätte unter freiem Himmel gedacht, an der Pilger beten konnten, ohne die Kirche zu betreten, und diente jahrhundertelang zugleich als offizieller Treffpunkt der Zünfte und Kaufleute der Stadt.

Padrão do Salado Guimarães

Museu de Alberto Sampaio

Das Museum ist in den alten Klostergebäuden neben der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira untergebracht, und seine beiden Glanzstücke beschreibe ich im Abschnitt über die Kirche: den Waffenrock, den João I. in der Schlacht von Aljubarrota trug, und das tragbare Retabel aus vergoldetem Silber. Doch hier gibt es mehr zu sehen, als diese beiden Stücke vermuten lassen.

Schon der Ort selbst macht einen Teil des Reizes aus. Der Kreuzgang ist nicht wie üblich ein exaktes Quadrat, sondern trapezförmig, eingezwängt in den mittelalterlichen Stadtgrundriss, und die Säulen lohnen einen genauen Blick: Jedes Kapitell zeigt andere Tiere, biblische Szenen und Blattwerk, keines gleicht dem anderen. Darin steckt die ganz persönliche Handschrift der Steinmetze des 13. Jahrhunderts.

Im Inneren stammt die Sammlung aus Kirchen und Klöstern der ganzen Region, die im 19. Jahrhundert aufgehoben wurden oder verfielen, sodass das Museum im Grunde eine Auffangstation für die verlorene sakrale Kunst Nordportugals ist. Zu den Höhepunkten gehören Heiligenfiguren aus Kalkstein, die aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen und noch Spuren ihrer ursprünglichen Bemalung tragen, und ein Raum mit silbernen Prozessionskreuzen, der den Wandel von den schweren romanischen Formen zum filigranen manuelinischen Stil nachzeichnet. Im ehemaligen Kapitelsaal solltest du nach den Fresken aus dem 16. Jahrhundert Ausschau halten, die bei Restaurierungsarbeiten freigelegt wurden.

Museu de Alberto Sampaio Guimarães

Largo do Toural

Der Hauptplatz von Guimarães liegt gleich außerhalb der Stelle, an der einst die mittelalterliche Stadtmauer verlief, und sein Name verrät seine Herkunft: „Toural“ kommt von touro (Stier) und erinnert daran, dass hier früher ein staubiger Viehmarkt und Stierkampfplatz war. Heute ist er ein eleganter, offener Platz, gesäumt von symmetrischen Fassaden aus dem 18. Jahrhundert, die nach dem Abriss der alten Mauern entstanden.

Bei der Neugestaltung 2012 kamen einige raffinierte Details hinzu, die du kennen solltest. Das Pflaster aus Basalt und Quarz ist eigentlich eine topografische Karte der Altstadt, und in den Boden eingelassene Linien aus weißem Marmor zeichnen den exakten Verlauf der abgerissenen mittelalterlichen Mauern nach. Der Brunnen aus dem 16. Jahrhundert in der Mitte wurde 1873 entfernt und kehrte erst fast 140 Jahre später im Zuge der Neugestaltung an seinen Platz zurück.

Sehenswürdigkeiten in der Region Guimarães

Citânia de Briteiros

Fünfzehn Kilometer nördlich von Braga liegen auf einem Hügel die Ruinen der Citânia de Briteiros. Sie sind die Überreste einer keltischen Siedlung, in der vor der Ankunft der Römer vielleicht tausend Menschen lebten. Über 150 runde Steinhäuser sind erhalten. Sie stehen nicht wahllos verstreut, sondern sind in ummauerten Familiengehöften angeordnet, die durch gepflasterte Straßen miteinander verbunden sind. Dieser Grundriss lässt auf eine Gesellschaft schließen, die weit besser organisiert war, als das Wort „Wallburg“ nahelegt.

Das berühmteste Fundstück der Anlage ist die Pedra Formosa, eine aufwendig verzierte Granitplatte, die den Eingang zu einem rituellen Badehaus bildete. Die Öffnung ist so klein, dass jeder, der hineinwollte, auf Händen und Knien hindurchkriechen musste. Vermutlich war das ein bewusster Akt des Übergangs oder der Reinigung. Das Original befindet sich heute im Museu Martins Sarmento in Guimarães. Das Museum trägt den Namen des Archäologen aus dem 19. Jahrhundert, dessen sorgfältige Ausgrabung von Briteiros in Portugal Maßstäbe für das Fach setzte.

Am spannendsten finde ich an der Anlage, wie viel davon noch funktioniert. Die steinernen Abflussrinnen, die vor über zweitausend Jahren in die Straßen gehauen wurden, leiten nach einem Unwetter noch immer das Regenwasser bergab. Wenn du an einem Eingang in die Hocke gehst, achte auf die eingemeißelten Sonnensymbole an den Türrahmen. Diese Schutzzeichen verbinden den stillen Hügel im Norden Portugals mit keltischen Traditionen, die man im ganzen vorrömischen Europa findet.

Igreja de São Torcato (7 km von Guimarães)

Der Bau dieser Basilika dauerte fast ein Jahrhundert, von 1825 bis 1910, und diese Zeitspanne kannst du am Mauerwerk ablesen. Die Fundamente sind klassizistisch. Je weiter dein Blick nach oben wandert, desto mehr wechselt der Stil zu neomanuelinischen und romantischen Verzierungen. Daran haben mehrere Generationen von Steinmetzen gearbeitet, und ihre kleinen Unterschiede bei der Bearbeitung und der Farbe des Steins sind bis heute zu erkennen.

Der Grund, warum die meisten herkommen, liegt im Inneren: der unverweste Leichnam des São Torcato. Der Bischof soll im Jahr 719 n. Chr. durch die Mauren den Märtyrertod erlitten haben. Er ist in einem Reliquienschrein mit gläsernen Seitenwänden aufgebahrt, gekleidet in liturgische Gewänder, die noch heute in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Je nach Gemüt bewegt dich dieser Anblick zutiefst oder er verstört dich zutiefst. Ganz in der Nähe liegt ein Raum mit Exvotos: Körperteile aus Wachs, Fotos und Briefe von Menschen, die glauben, dass der Heilige ihnen geholfen hat. Er gewährt einen ungefilterten Einblick in die portugiesische Volksfrömmigkeit, wie du ihn in keinem Museum bekommst.

Jedes Jahr im Juli füllt sich der Platz vor der Kirche mit Tausenden Pilgern, die zur Romaria de São Torcato kommen. Sie ist eine der ältesten traditionellen Wallfahrten im Norden Portugals.

Caldas das Taipas (6 km von Guimarães)

Caldas das Taipas ist ein kleiner Kurort am Fluss Ave, dessen Thermalwasser seit fast zweitausend Jahren Besucher anzieht. Die Römer waren als Erste hier. Ein Granitaltar aus dem Jahr 103 n. Chr., der Kaiser Trajan geweiht ist, ist bis heute erhalten. Er ist im Grunde eine 1.900 Jahre alte Empfehlung für das Wasser. Bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert kamen die Ruinen des ursprünglichen römischen Badehauses mit seinen ziegelgemauerten Becken und Wassertanks zum Vorschein.

Die heutigen Kuranlagen stammen aus derselben Zeit. Sie wurden rund um schwefelhaltige Quellen gebaut, deren Wasser mit 32 °C aus dem Boden tritt und lange als Heilmittel bei Hautkrankheiten anerkannt war. Der Park am Ufer des Ave lohnt für sich allein schon einen Spaziergang. Er erstreckt sich über rund 20 Hektar und hat einen Flussstrand, an dem sich die Einheimischen seit Generationen im Sommer treffen.

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