Porto-North-Portugal.com
Der beste unabhängige Reiseführer für Nordportugal
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Eine barocke Wallfahrtstreppe, eine maurische Burgruine und die Weinkeller von Portugals bekanntestem Schaumwein; alles nur zehn Gehminuten voneinander entfernt. Lamego mag klein sein, hat aber einen großen Charakter. Genau deshalb nutze ich die Stadt immer als Basis, wenn ich die Douro-Region erkunde.
Die Stadt liegt nicht direkt am berühmten Fluss Douro, sondern 7 km südlich auf einer Hochebene hoch darüber. Während Pinhão und Peso da Régua mit den Kreuzfahrtschiffen und Tagestouristen zu tun haben, ist Lamego eine echte, lebendige Stadt geblieben: In ihrem Herzen steht eine Kathedrale aus Granit, und in den Straßen drumherum reihen sich Herrschaftshäuser aus dem 18. Jahrhundert aneinander, die mit Portwein-Vermögen erbaut wurden.
Die herausragende Sehenswürdigkeit von Lamego ist das Santuário de Nossa Senhora dos Remédios mit seiner monumentalen Barocktreppe, die sich in 686 Zickzack-Stufen den Hang hinaufschlängelt, geschmückt mit Statuen, Brunnen und gefliesten Absätzen. Das Bauwerk kann es problemlos mit dem Bom Jesus do Monte in Braga aufnehmen, aber kaum ein Tourist weiß überhaupt von seiner Existenz. Vom Gipfel aus breitet sich die Altstadt unter dir aus: die baumbestandene Avenida, die düstere Sé-Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert und auf dem gegenüberliegenden Hügel der maurische Bergfried, der von seinem alten Aussichtspunkt herabblickt.
Was mir an Lamego schon immer gefallen hat, ist die unaufgeregte Gemütlichkeit. Es gibt traditionelle Marktstände mit Presunto-Schinken, Cafés voller plaudernder Menschen und Abende, an denen man den lokalen Raposeira-Schaumwein genießt. Du könntest die Sehenswürdigkeiten in drei Stunden durchhetzen, aber dann würdest du das Wesentliche verpassen. Lamego verdient ein langsameres Tempo und eignet sich als Ausgangspunkt für die Erkundung der Douro-Region viel besser als die Touristenorte direkt am Ufer.
Auch abseits der Stadt ist die weitere Region wirklich kaum von Touristen besucht. Eine Klosterruine in São João de Tarouca, eine befestigte mittelalterliche Brücke in Ucanha und eine winzige westgotische Kapelle in São Pedro de Balsemão liegen alle höchstens eine halbe Autostunde entfernt, und an den meisten dieser Orte wirst du der einzige Besucher sein. Und dann ist da noch der Alto Douro selbst, mit seinen terrassierten Weinbergen und Quintas, die sich am Fluss entlangziehen.
Ich erkunde Portugal bereits seit 2001, und zusammen mit meiner portugiesischen Frau wählen wir immer Lamego als Basis für die Douro-Region. In diesem Reiseführer teilen wir unser Wissen mit dir, damit du deinen Besuch so planen kannst, dass er sowohl Lamego selbst als auch der umliegenden Region gerecht wird.
Die barocke Treppe der Nossa Senhora dos Remédios schlängelt sich in 686 Zickzack-Stufen den bewaldeten Hang über der Stadt hinauf, vorbei an mit Azulejos verzierten Zwischenpodesten, Statuen und Brunnen. Die Wallfahrtskirche auf dem Gipfel gehört zu den prunkvollsten in ganz Portugal, aber die eigentliche Belohnung ist der Ausblick zurück über die Hügel des Douro-Tals.
Von außen wirkt die Sé-Kathedrale wie eine Festung mit ihrem schlichten Granit aus dem 12. Jahrhundert und einem quadratischen, romanischen Glockenturm. Wenn du hineingehst, entdeckst du einen Renaissance-Kreuzgang und eine meisterhafte dreidimensionale Trompe-l’œil-Deckenmalerei von Nicolau Nasoni, dem italienischen Architekten, der Porto seinen Clérigos-Turm schenkte.
Ein Abend auf der prachtvollen, von Bäumen gesäumten Avenida: Marktstände mit lokalem Presunto, ein Glas Raposeira zum Sonnenuntergang und das entspannte Tempo einer Stadt, die es noch nie eilig hatte.
Das Museu de Lamego ist eines der besten Regionalmuseen Portugals. Untergebracht im ehemaligen Bischofspalast, umfasst seine Sammlung fünf Tafelgemälde des Renaissance-Künstlers Grão Vasco sowie flämische Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert, die die Geschichte von Ödipus erzählen. An den meisten Tagen hast du hier ganze Räume für dich allein.
Lamego lässt sich problemlos in drei Stunden erkunden und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug von Porto aus. So habe ich das Städtchen vor über 20 Jahren auch zum ersten Mal gesehen. Wenn du ein Auto hast, kannst du den Ausflug auch mit einem Besuch in Peso da Régua und der Region Baixo Corgo verbinden. Ich persönlich finde Peso da Régua ja etwas überbewertet und empfehle Besuchern, dort zwar ihre Bootsfahrt zu machen, danach aber nach Lamego oder Pinhão weiterzufahren, weil es dort einfach viel schöner ist.
Für deinen Ausflug empfehle ich dir, Lamego gleich früh am Tag zu besuchen, da ein Rundgang mit viel Gehen verbunden sein kann, besonders wenn du die 686 Stufen hinauf zur Kirche Santuário de Nossa Senhora dos Remédios steigen möchtest. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie quälend dieser Aufstieg in der Sommerhitze sein kann: Ich musste die Wanderung einmal abbrechen, weil ich ohne Wasser aufgebrochen war.
Wenn du einen Tagesausflug durch die Douro-Region machst, finde ich außerdem, dass sich eine Weinverkostung auf einer Quinta oder eine entspannte Bootsfahrt am Nachmittag besser eignet, nach dem Sightseeing am Vormittag. Mir persönlich fällt es nach ein paar Gläsern Wein zum Mittagessen jedenfalls schwer, mich noch für Besichtigungen zu motivieren. Was das Mittagessen angeht, würde ich dir empfehlen, in Lamego zu essen, da es hier viele traditionelle und preiswerte Restaurants gibt.
Wenn du einen Tagesausflug nach Lamego und in die Umgebung planst, kannst du die Tour noch um das Mosteiro de São João de Tarouca erweitern, das erste Zisterzienserkloster, das in Portugal erbaut wurde. Ich mag den mittelalterlichen Turm und die Brücke in Ucanha sehr, weshalb ich auf dem Weg nach São João de Tarouca immer diesen kleinen Umweg mache. Weitere Sehenswürdigkeiten in der Region sind das beeindruckende Kloster von Salzedas und die westgotische Kirche São Pedro de Balsemão.
Die interaktive Karte unten zeigt dir die Sehenswürdigkeiten von Lamego und einen Routenvorschlag für einen Rundgang. Wenn du herauszoomst, siehst du auch die Lage der Sehenswürdigkeiten in der umliegenden Region.
Sehenswürdigkeiten in Lamego 1) Museu de Lamego 2) Catedral de Lamego 3) Teatro Ribeiro Conceição 4) Cisterna de Lamego 5) Castelo de Lamego 6) Igreja de Santa Maria de Almacave 7) Praça da Avenida Doutor Alfredo de Sousa 8) Capela do Espírito Santo 9) Escadas da Nossa Senhora dos Remédios 10) Pátio dos Reis 11) Santuário de Nossa Senhora dos Remédios 12) Caves da Raposeira
Sehenswürdigkeiten rund um Lamego (zum Anzeigen herauszoomen) 1) Mosteiro de São João de Tarouca 2) Torre de Ucanha 3) Mosteiro de Salzedas 4) Capela de São Pedro de Balsemão 5) Peso da Régua 6) Pinhão
Wenn du die Schaumweine von Raposeira probieren möchtest, für die die Region berühmt ist, solltest du die Caves da Raposeira besuchen (Nummer 12 auf der Karte unten).
Die historischen Gassen rund um die Burg
Lamego ist ein sehr angenehmes Ziel für einen Aufenthalt von einigen Nächten. Für eine Stadt dieser Größe bietet Lamego eine gute Auswahl an Restaurants und Bars und ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen immer belebt.
Die Stadt eignet sich hervorragend als Ausgangsbasis, um das Douro-Tal zu erkunden, da Peso da Régua leicht (über die A24) zu erreichen ist und die malerische Panoramastraße N222 nach Pinhão und Tua führt. Ein Ausflug am zweiten Tag könnte dich zu den Klöstern São João de Tarouca und Salzedas sowie zum Turm von Ucanha führen, und am dritten Tag könntest du die Fundação da Casa de Mateus in der Nähe von Vila Real besuchen.
Die unten stehende Karte zeigt dir die Lage der besten Hotels und Unterkünfte in Lamego. Wenn du die Reisedaten für deinen Aufenthalt anpasst, werden dir die aktuellen Preise und Verfügbarkeiten angezeigt.
Das Santuário de Nossa Senhora dos Remédios ist eine wunderschöne Barockkirche mit Rokoko-Details, die auf der Spitze des Hügels Santo Estêvão steht. Die Stätte ist ein wichtiger Wallfahrtsort, und diese Tradition geht auf die Zeit vor dem Bau der Kirche (im Jahr 1750) zurück, als hier eine kleine, dem heiligen Stephan gewidmete Kapelle stand.
Im 16. Jahrhundert übertrug die wohlhabende Kirche von Lamego die Verehrung auf die Jungfrau Maria, und der Ort entwickelte sich zu einer Pilgerstätte für die Heilung von Krankheiten. Seitdem ist die Kirche als „Maria der Heilmittel/Heilung“ bekannt.
Die Kirche wurde vom italienischen Meisterarchitekten Nordportugals, Nicolau Nasoni, entworfen, aber erst 1905 endgültig fertiggestellt.
Die barocke Freitreppe zur Kirche umfasst neun Ebenen und führt durch die dichten Wälder des Santo-Estêvão-Parks. Direkt unterhalb der Kirche befindet sich der Hof der Könige, in dem ein 14 m hoher Obelisk steht.
Die düstere Kathedrale aus Granit stammt aus dem Jahr 1129, allerdings ist aus dieser Zeit nur noch der Sockel des romanischen Glockenturms erhalten. Die dekorative Außenfassade im manuelinischen Stil wurde während der Herrschaft von König Manuel I. zwischen 1508 und 1515 hinzugefügt.
Im Inneren befinden sich drei Schiffe und eindrucksvolle Altäre, aber die eigentliche Attraktion ist die wunderschön bemalte Decke (von Nicolau Nasoni). An die Kathedrale schließt sich ein Kreuzgang aus der Renaissance an.
Das Museu de Lamego (3,00 €) ist im ehemaligen Bischofspalast untergebracht und zeigt die sakrale Kunstsammlung, die von den Bischöfen von Lamego zusammengetragen wurde.
Dieses Museum gilt als eines der besten Regionalmuseen Portugals und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Zu den Höhepunkten gehören flämische Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert, die die Ödipus-Geschichte darstellen, sowie fünf sakrale Kunstwerke von Grão Vasco.
Weitere Details zur Sammlung findest du auf der Website: museudelamego.gov.pt
Von dieser einst so bedeutenden Maurenburg sind heute nur noch der ummauerte Bergfried und ein einziger Wachturm erhalten.
Es gibt sicherlich größere und beeindruckendere Burgen in Portugal, aber der Eintritt ist kostenlos und von den Zinnen der Burg hast du einen wunderbaren Ausblick über die Stadt.
Der Wachturm des Castelo de Lamego
Der Blick von der Burg auf das Museu de Lamego und die Kathedrale