Porto-North-Portugal.com
Der beste unabhängige Reiseführer für Nordportugal
Porto-North-Portugal.com
Der beste unabhängige Reiseführer für Nordportugal
Guimarães nimmt in der portugiesischen Geschichte einen einzigartigen Platz ein, denn hier wurde die Nation selbst geboren. Die bemerkenswert gut erhaltene mittelalterliche Stadt im Norden Portugals verbindet jahrhundertealtes Erbe mit einer authentischen Atmosphäre, die viele Touristenziele längst verloren haben.
Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe: Kopfsteinpflastergassen schlängeln sich zwischen mittelalterlichen Plätzen hindurch und an Monumenten vorbei, die die Geburt Portugals miterlebt haben. Von der imposanten Burg, in der der erste König des Landes zur Welt kam, über den prächtigen Herzogspalast bis zu den gotischen Kirchen hat Guimarães mehr historischen Charme zu bieten als fast jeder andere Ort in Portugal.
Bei einer längeren Reise durch Nordportugal solltest du Guimarães nicht auslassen, und dank der regelmäßigen Zugverbindung ab Porto lässt sich die Stadt problemlos auf eigene Faust besuchen.
In diesem Artikel findest du alles, was du für den perfekten Tagesausflug nach Guimarães brauchst. Im ersten Teil geht es um praktische Details, Anreisemöglichkeiten und Insidertipps, im zweiten Teil folgt ein ausführlicher Rundgang auf eigene Faust durch die Altstadt.
Weitere Artikel: Tagesausflüge ab Porto
Castelo de Guimarães - Die mittelalterliche Festung, in der Portugal geboren wurde, thront auf einem Granitfelsen über der Stadt. In dieser Burg aus dem 10. Jahrhundert kam der erste König Portugals zur Welt, und von ihren Zinnen hast du eine spektakuläre Aussicht.
Paço dos Duques de Bragança - Ein eindrucksvoller Palast aus dem 15. Jahrhundert mit markanten Backsteinschornsteinen nach dem Vorbild französischer Herrenhäuser. Im Inneren kannst du über 60 Räume voller Wandteppiche und mittelalterlicher Möbel sowie eine beeindruckende Waffensammlung besichtigen.
Largo da Oliveira - Einer der fotogensten mittelalterlichen Plätze Portugals: Straßencafés drängen sich um einen gotischen Schrein und den jahrhundertealten Olivenbaum, dem der Platz seinen Namen verdankt.
Monte da Penha - Ein bewaldeter Hügel südlich der Stadt, gekrönt von einem modernistischen Heiligtum. Du erreichst ihn mit der Seilbahn und hast oben einen Panoramablick über die Region Minho.
Unten findest du eine interaktive Karte zu unserem Vorschlag für einen Tagesausflug nach Guimarães. Der Rundgang durch die Altstadt ist grün markiert, der optionale Abstecher zum Monte da Penha gelb.
Info: Die meisten Besucher fahren mit dem Zug nach Guimarães, und der Bahnhof liegt im Süden der Stadt. Der Hauptparkplatz befindet sich im Norden der Stadt und ist ebenfalls auf der Karte eingezeichnet.
Sehenswürdigkeiten in Guimarães: 1) Igreja de Nossa Senhora da Consolação 2) Largo República do Brasil 3) Igreja de Nossa Senhora da Oliveira 4) Largo da Oliveira 5) Antiga Câmara Municipal 6) Praça de São Tiago 7) Convento de Santa Clara 8) Igreja Nossa Senhora do Carmo 9) Paço dos Duques de Bragança 10) Igreja de São Miguel 11) Castelo de Guimarães 12) Estátua a Dom Afonso Henriques 13) Convento de Santo António dos Capuchos 14) Largo do Toural 15) „Aqui Nasceu Portugal“ 16) Capela de São Francisco
Die ausführliche Beschreibung dieses Rundgangs findest du am Ende des Artikels
Viele Porto-Besucher stehen vor der Wahl zwischen Guimarães und Braga, den beiden großen historischen Städten der Region Minho. Unserer Meinung nach ist Guimarães das charaktervollere und interessantere Ziel. Braga hat zwar mehr Monumente und Sehenswürdigkeiten, doch die sind überwiegend religiöser Natur, und wir stellen sie alle in unserem Guide für einen Tagesausflug nach Braga vor.
Wenn es dein Zeitplan erlaubt, haben beide Städte einen eigenen Tagesausflug verdient. Sie ergänzen sich wunderbar: Guimarães mit seiner mittelalterlichen Geschichte und seinem Charakter, Braga mit seiner barocken Pracht und seinem religiösen Erbe.
Wenn du auf eigene Faust reist, ist es zu ehrgeizig, Guimarães und Braga an einem einzigen Tag zu besuchen, denn jede der beiden Städte verdient einen ganzen Tag. Hast du wenig Zeit, kannst du dich einer organisierten Tour anschließen, die beide Ziele ansteuert und bei der dir ein sachkundiger Guide die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigt.
Bei einem längeren Aufenthalt in Porto solltest du Guimarães und Braga als getrennte Tagesausflüge einplanen, ebenso wie Aveiro, das Douro-Tal und Viana do Castelo.
Wir arbeiten seit sieben Jahren mit GetYourGuide.com zusammen, und zu den besten Guimarães-Touren in ihrem Angebot gehören:
Nach Guimarães zu kommen ist unkompliziert: Von Porto und anderen Städten im Norden gibt es mehrere Verkehrsmittel.
Mit dem Zug
Bei Individualreisenden ist der Zug die beliebteste Wahl. Direkte Nahverkehrszüge fahren den ganzen Tag über vom Bahnhof São Bento in Porto nach Guimarães. Die Fahrt dauert 75–85 Minuten, eine Hin- und Rückfahrkarte kostet 7,20 € (3,60 € für Kinder).
Die Züge fahren in der Regel stündlich, an Sonn- und Feiertagen seltener. Prüf am besten vor deinem Besuch die Abfahrtszeiten, denn am Nachmittag kann es Lücken von bis zu zwei Stunden geben. Am praktischsten für die Rückfahrt sind meist die Züge um 15:51 Uhr (täglich) oder um 17:06 Uhr (werktags) bzw. 17:56 Uhr (am Wochenende).
Den aktuellen Fahrplan findest du auf der Website der Comboios de Portugal (CP):
www.cp.pt/info/documents/d/cp/comboios-urbanos-porto-guimaraes
(Hinweis: Auf Mobilgeräten wird der Link als PDF heruntergeladen.)
Der Bahnhof von Guimarães liegt günstig, nur 700 Meter südlich der Altstadt, etwa 10 Minuten zu Fuß über die Avenida Dom João IV.
Weitere Artikel: Von Porto nach Guimarães
Der Zug nach Guimarães wartet im Bahnhof São Bento.
Mit dem Auto
Mit dem Auto erreichst du Guimarães von Porto aus problemlos über die Autobahn A7 (50 km, etwa 45 Minuten). Der Hauptparkplatz für Besucher liegt nördlich der Altstadt beim Paço dos Duques. Parkplätze am Straßenrand sind in der Altstadt äußerst knapp, dort zu parken ist nicht zu empfehlen.
Mit Uber oder Bolt
Für Gruppen oder wenn du dich lieber von Tür zu Tür fahren lässt, sind Fahrdienst-Apps eine bequeme Alternative. Für die Fahrt ab Porto musst du je nach Tageszeit und Nachfrage mit 35–45 € rechnen. Bei Gruppen von 3–4 Personen kann sich das durchaus lohnen.
Guimarães glänzt mit traditioneller nordportugiesischer Küche, und die Restaurants servieren üppige Portionen zu fairen Preisen. In der Altstadt hast du reichlich Auswahl, von einfachen Tascas bis zu gehobeneren Lokalen.
Histórico by Papaboa - Dieses Restaurant in einem schönen Steinhaus nahe der Burg serviert verfeinerte Versionen regionaler Gerichte. Die Auswahl an Vinho Verde ist hervorragend, und die Außenterrasse ist an warmen Tagen ideal.
Solar do Arco - Eine Institution in der Stadt, untergebracht in einem Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert und spezialisiert auf traditionelle Küche aus dem Minho. Lass dir die Rojões (Schweinefleischstücke) oder die hausgemachten Desserts nicht entgehen. Für ein komplettes Essen zahlst du etwa 15–20 €.
A Cozinha por António Loureiro - Für ein besonderes Mittagessen: Dieses vom Guide Michelin empfohlene Restaurant bietet kreative Interpretationen portugiesischer Klassiker. Das Degustationsmenü bietet mittags ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Reservierung unbedingt erforderlich.
Café Oriental - Lass dich vom Namen nicht täuschen: Das ist ein traditionelles portugiesisches Restaurant, das bei Einheimischen wegen seiner Tagesgerichte beliebt ist. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, die meisten Hauptgerichte kosten unter 10 €. Es liegt an der Haupteinkaufsstraße.
Cor de Tangerina - Eine vegetarierfreundliche Adresse in der Altstadt mit kreativen Salaten, Quiches und Tagesgerichten. Dazu schöne Plätze im Innenhof und guter Kaffee.
Taberna Dom José - Eine winzige Tasca nahe dem Largo do Toural mit einfachem, aber köstlichem gegrilltem Fleisch und Fisch. Schnörkellos, aber authentisch und unglaublich günstig: perfekt, wenn du mit kleinem Budget reist.
Dieser Rundgang führt dich zu allen Sehenswürdigkeiten von Guimarães und folgt einer Route, auf der du möglichst wenig zurücklaufen und bergauf gehen musst. Die grüne Route ist insgesamt 5,3 km lang, einschließlich der Wege zum und vom Bahnhof, und dauert etwa 4 bis 5 Stunden.
Wer den Tag verlängern möchte, findet die optionale Seilbahnfahrt auf den Penha-Hügel gelb markiert auf der Karte. Dafür kommen noch einmal 1,5 bis 2 Stunden zu deinem Besuch hinzu. Hinweis: Zoome auf der Karte heraus, um alle Punkte zu sehen.
Wenn du deinen Rundgang am Bahnhof von Guimarães beginnst, biegst du am Ausgang rechts ab und folgst den Schildern Richtung Altstadt. Am Kreisverkehr geht es links in die Avenida Dom João IV, eine angenehme, von Bäumen gesäumte Allee, die dich ins mittelalterliche Portugal führt. Für die 700 Meter brauchst du etwa 10 Minuten, und unterwegs geht die moderne Stadt allmählich in den historischen Kern über.
Deine erste Station ist die Igreja de Nossa Senhora da Consolação (1), eine elegante Barockkirche, die dich wunderbar auf das architektonische Erbe von Guimarães einstimmt. Die beiden markanten Türme der Kirche kamen übrigens erst 90 Jahre nach der Fertigstellung des Hauptbaus 1785 hinzu. So entstand eine ungewöhnliche, aber stimmige Stilmischung. Das Innere ist außerhalb der Gottesdienste oft geschlossen, aber schon die prunkvolle Fassade lohnt einen Fotostopp.
Weiter geht es über den Largo República do Brasil (2), wo die moderne Stadt in die UNESCO-Welterbezone übergeht. Mit diesem hübschen Platz betrittst du das mittelalterliche Guimarães: Unter deinen Füßen liegt das traditionelle portugiesische Pflastermosaik, und du erhaschst erste Blicke auf jahrhundertealte Gebäude. Am Wochenende finden auf dem Platz oft kleine Märkte statt, auf denen Einheimische Kunsthandwerk und regionale Produkte verkaufen.
Je näher du dem Kern der Altstadt kommst, desto enger wird die Straße, bis du auf den Largo da Oliveira (4) gelangst, den wohl fotogensten mittelalterlichen Platz Portugals. Seinen Namen verdankt er dem uralten Olivenbaum, der neben einem gotischen Schrein mit Baldachin wächst. Der Legende nach war der Baum jahrelang abgestorben, bis er 1342 wie durch ein Wunder wieder ausschlug, und zwar genau zu der Zeit, als ein neues Kreuz aufgestellt wurde. Heute stehen die Tische der Straßencafés dicht um diesen heiligen Ort herum. Der ideale Ort für einen Kaffee am Morgen, bei dem du die mittelalterliche Atmosphäre auf dich wirken lassen kannst.
Beherrscht wird der Platz von der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira (3), die ursprünglich 950 von Gräfin Mumadona als Kloster gegründet wurde. Der heutige gotische Bau stammt aus dem 14. Jahrhundert, als König João I. ihn aus Dankbarkeit für seinen Sieg in der Schlacht von Aljubarrota neu errichten ließ. In der Kirche sind bemerkenswerte Schätze zu sehen, darunter ein silberner Altaraufsatz und eben jener Waffenrock, den João I. in der Schlacht trug. Im angrenzenden Kloster befindet sich heute das Museu de Alberto Sampaio mit einer beeindruckenden Sammlung sakraler Kunst, auch wenn viele Besucher die Kirche selbst eindrucksvoller finden als das Museum.
Die Antiga Câmara Municipal (5) steht am Nordrand des Platzes. Mit ihren markanten gotischen Bögen und dem Zinnenkranz auf dem Dach gehört sie zu den meistfotografierten Gebäuden von Guimarães. Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und diente über 500 Jahre lang als Rathaus. In den Arkaden im Erdgeschoss fand früher der Markt der Stadt statt, während der Stadtrat in den Sälen darüber tagte.
Eine schmale Gasse führt vom Largo da Oliveira zur Praça de São Tiago (6), einem weiteren stimmungsvollen Platz mit ganz anderem Charakter. Er ist überschaubarer und gemütlicher als sein Nachbar. Im Sommer füllt er sich mit Restauranttischen, und hier findest du einige der besten Lokale der Altstadt. Der Legende nach brachte der heilige Jakobus (São Tiago) ein Bildnis der Jungfrau Maria hierher, und daher hat der Platz seinen Namen.
Von der Praça de São Tiago folgst du den Schildern Richtung Burg und gehst bergauf durch immer ältere Gassen. Dabei kommst du am Convento de Santa Clara (7) vorbei, das im 16. Jahrhundert gegründet wurde und heute als Rathaus (Câmara Municipal) dient. Dass aus dem Kloster ein Verwaltungssitz wurde, spiegelt die Aufhebung der religiösen Orden in Portugal im 19. Jahrhundert wider.
Weiter geht es an der Igreja Nossa Senhora do Carmo (8) vorbei, einer Kirche aus dem 18. Jahrhundert mit einem beeindruckend prunkvollen barocken Innenraum. Wenn die Türen offen sind, wirf einen Blick hinein und sieh dir die vergoldeten Holzschnitzereien an. Der angrenzende Jardim do Carmo ist eine ruhige Grünanlage mit schönem Blick über die Terrakottadächer der Stadt.
Der eindrucksvolle Paço dos Duques de Bragança (9) beherrscht mit seinen markanten Backsteinschornsteinen und Granitmauern die Hügelkuppe. Der erste Herzog von Bragança ließ den Palast 1420 errichten. Die Architektur verrät deutlich französischen Einfluss, was für Portugal ungewöhnlich ist. Der Herzog war viel in Europa gereist und wollte die Raffinesse der nordeuropäischen Höfe nachbilden. Nachdem der Palast jahrhundertelang leer gestanden hatte, wurde er in den 1930er-Jahren gründlich, wenn auch umstritten, restauriert. Heute kannst du über 60 Räume besichtigen, in denen Möbel aus der Epoche, Wandteppiche mit Darstellungen der portugiesischen Eroberung Nordafrikas und eine beeindruckende Waffensammlung zu sehen sind. Plane für die Innenbesichtigung mindestens 45 Minuten ein.
Zwischen Palast und Burg steht die winzige Igreja de São Miguel do Castelo (10), trotz ihrer bescheidenen Größe eine der geschichtlich bedeutendsten Kirchen Portugals. In dieser schlichten romanischen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert wurde Afonso Henriques, der erste König Portugals, getauft. Das ursprüngliche Taufbecken steht noch immer in der Nähe des Eingangs, und im Boden liegen Grabplatten mittelalterlicher Ritter, die in den Gründungsschlachten Portugals gekämpft haben.
Auf dem Gipfel des Hügels erhebt sich das Castelo de Guimarães (11) auf einem Granitfelsen, und seine Mauern gehen nahtlos in den natürlichen Fels über. Ursprünglich ließ Gräfin Mumadona die Burg im 10. Jahrhundert errichten, um das Kloster vor Überfällen der Wikinger und Mauren zu schützen. Später wurde sie erweitert und verstärkt. Hier wurde Afonso Henriques 1109 geboren, und hier rief er 1139 wahrscheinlich die Unabhängigkeit Portugals aus. Die sieben Türme der Burg sind durch massive Mauern verbunden, auf denen ein Wehrgang verläuft. Von dort hast du spektakuläre Ausblicke über die Stadt und das Umland. Den Bergfried in der Mitte, der im 13. Jahrhundert hinzukam, kannst du besteigen, und von oben ist das Panorama noch besser.
Unweit des Burgeingangs steht die imposante Estátua a Dom Afonso Henriques (12), die den ersten König Portugals in voller Rüstung zeigt. Der Bildhauer Soares dos Reis schuf das romantische Denkmal 1887, und heute gehört es zu den bekanntesten Wahrzeichen von Guimarães.
Mach auf dem Weg von der Burg hinunter einen kleinen Abstecher zum Convento de Santo António dos Capuchos (13). Das Franziskanerkloster aus dem 17. Jahrhundert ist für seine kleine, aber wunderschöne, mit Azulejos geschmückte Kirche bekannt. Am faszinierendsten ist sein winziger Kreuzgang, einer der kleinsten in Portugal.
Nimm für den Rückweg ins historische Zentrum andere Straßen, dann siehst du noch mehr vom mittelalterlichen Guimarães. Der Weg führt zum Largo do Toural (14), dem Hauptplatz der Stadt und traditionellen Treffpunkt. Ursprünglich lag der Platz außerhalb der Stadtmauern, und ab dem 17. Jahrhundert fanden hier Vieh- und Warenmärkte statt. Heute ist er von eleganten Gebäuden umgeben und markiert die Grenze zwischen dem historischen und dem modernen Guimarães.
Vom Largo do Toural sind es nur ein paar Schritte zu einem erhaltenen Stück der mittelalterlichen Stadtmauer mit der berühmtesten Inschrift von Guimarães: „Aqui Nasceu Portugal“ (15), also „Hier wurde Portugal geboren“. Dieser schlichte Satz, in die alte Stadtmauer gemeißelt, bringt die Bedeutung von Guimarães perfekt auf den Punkt.
Beende deinen Rundgang an der Capela de São Francisco (16), einer kleinen gotischen Kirche, die oft übersehen wird, aber schöne Azulejos mit Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus birgt. Die Kirche liegt an einem hübschen begrünten Platz, an dem du in Ruhe verschnaufen und deinen Streifzug durch die Wiege Portugals noch einmal Revue passieren lassen kannst.
Den Tagesausflug verlängern: der Penha-Hügel
Mit dem Teleférico de Guimarães, der Seilbahn, schwebst du in 10 Minuten auf einer landschaftlich reizvollen Fahrt von der Stadt hinauf auf den Gipfel des Penha-Hügels. So wird aus einem steilen, 3 km langen Fußmarsch eine mühelose Auffahrt. Die Talstation liegt 15 Gehminuten südöstlich der Altstadt; folge einfach den Schildern vom Largo do Toural aus. Die Kabinen fahren alle 20 bis 30 Minuten, die Hin- und Rückfahrt kostet 4,50 €, die einfache Fahrt 2,30 €.
Die Seilbahn gleitet über dichten Wald hinweg, und auf dem Weg hinauf auf 617 Meter wird die Aussicht immer spektakulärer. Die Betriebszeiten variieren je nach Saison (meist 10:00 bis 18:00 Uhr, im Sommer bis 19:00 Uhr). Wirf also immer einen Blick auf den Fahrplan, bevor du dich auf den Weg zur Station machst. Wer die letzte Kabine nach unten verpasst, hat einen langen, anstrengenden Fußmarsch zurück in die Stadt vor sich.
Oben zieht sofort das Santuário da Penha (17) alle Blicke auf sich. Das zwischen 1930 und 1947 erbaute Heiligtum im Stil der Moderne scheint direkt aus den Granitfelsen herauszuwachsen. Der Architekt José Marques da Silva hat gewaltige Felsformationen in die Konstruktion des Gebäudes einbezogen und so eine einzigartige Verbindung von Natur und Architektur geschaffen. Über die kantige Betonform des Heiligtums gehen die Meinungen auseinander, doch wie es mit der Berglandschaft verschmilzt, ist unbestreitbar beeindruckend.
Der eigentliche Reiz von Penha liegt in der Natur. Ein Netz aus Wanderwegen schlängelt sich durch 50 Hektar Wald, vorbei an riesigen Granitblöcken, die Wind und Regen über Jahrhunderte glatt geschliffen haben. Am Monte de Santa Catarina (18) findest du einige der eindrucksvollsten Felsformationen, darunter Steine, die so wacklig aufeinander balancieren, dass sie der Schwerkraft zu trotzen scheinen.
Die beste Aussicht hast du, wenn du den Schildern zum Gipfel auf 613 m (19) folgst. Der kurze Aufstieg vom Heiligtum aus wird mit einem 360-Grad-Panorama über die Region Minho belohnt; an klaren Tagen reicht der Blick bis zum Atlantik. Der Miradouro da Penha (20) ist ein weiterer hervorragender Aussichtspunkt mit Bänken und Infotafeln, die markante Punkte in der Ferne benennen.
Versteckt zwischen den Felsblöcken liegt die winzige Gruta Ermida Nossa Senhora do Carmo (21). Sie steht für das spirituelle Erbe von Penha, das älter ist als das moderne Heiligtum. In dieser Höhlenkapelle, in die sich einst Einsiedler zurückzogen, herrscht trotz der nahen touristischen Einrichtungen noch immer eine Atmosphäre stiller Besinnung.
Unsere meistgelesenen Reiseführer für Guimarães und das nördliche Portugal