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Nordportugal: Sehenswürdigkeiten, Highlights und Ausflugsziele für 2026

Nordportugal verbindet portugiesischen Charme auf faszinierende Weise mit großartiger Natur und gehört dennoch überraschenderweise zu den am wenigsten besuchten Regionen des Landes.

Diese vielseitige Region erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur spanischen Grenze und umfasst die unberührten Strände der Costa Verde, die malerischen Landschaften des Douro-Tals und des Parque Nacional da Peneda-Gerês sowie die lebendigen Städte Porto, Braga und Viana do Castelo.

Bei der großen Vielfalt an Sehenswürdigkeiten in Nordportugal kann einen die Planung der Reiseroute leicht überfordern. Damit es dir leichter fällt, haben wir diesen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt. Er stellt die allerbesten Sehenswürdigkeiten der Region im Detail vor, sodass du keinen ihrer Schätze verpasst.
Gut zu wissen: Sehenswürdigkeiten in Porto haben wir in diesem Reiseführer nicht berücksichtigt, denn wir möchten, dass du die üblichen Touristenpfade hinter dir lässt und viel mehr von dieser fantastischen Region entdeckst.
Weitere Artikel: Wohin in Nordportugal?

Das Beste aus Nordportugal

Im Folgenden findest du die schönsten Sehenswürdigkeiten und Highlights Nordportugals. Ausführliche Infos zu jeder einzelnen folgen nach der Karte.

1) Bom Jesus do Monte (Braga) - Wallfahrtsstätte auf einem Hügel, zu der eine barocke Treppe hinaufführt, die den Aufstieg in den Himmel darstellt.

2) Pinhão - Der hübscheste Ort im Douro-Tal: Mach eine Bootstour, geh zur Weinprobe oder genieß einfach die atemberaubende Landschaft.

Pinhão Portugal

Pinhão

3) Parque Nacional da Peneda-Gerês - Wilder, eindrucksvoller Nationalpark mit zerklüfteten Granitbergen, reißenden Flüssen und uralten Wäldern.

4) Basílica de Santa Luzia - Neobyzantinische Basilika hoch über Viana do Castelo

5) Palheiros da Costa Nova (Aveiro) - Bunt gestreifte Fischerhäuser an einem herrlichen Sandstrand

Palheiros da Costa Nova

6) 516 Arouca und Passadiços do Paiva (Arouca) - Die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt und malerische Stege entlang des Flusses Paiva

7) Almeida - Historische Grenzstadt innerhalb einer sternförmigen Festung, die zum Schutz der Ostgrenze Portugals errichtet wurde

8) Parque Arqueológico do Vale do Côa - Prähistorische Felskunst, versteckt in den Höhlen rund um das Côa-Tal

9) Castelo de Guimarães (Guimarães) - Mittelalterliche Steinburg und Geburtsort des ersten portugiesischen Königs

10) Ponte Romana (Ponte de Lima) - Der historische Übergang über den Fluss Lima in der hübschesten Stadt Nordportugals

11) Sé de Braga (Braga) - Majestätische Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert, die romanische, gotische und barocke Stilelemente vereint

12) Nossa Senhora dos Remédios (Lamego) - Prächtiges barockes Heiligtum mit kunstvoller Doppeltreppe und terrassierten Gärten

13) Kanäle von Aveiro - Ruhige Wasserwege, auf denen bunte Moliceiro-Boote durch das Stadtzentrum gleiten

Moliceiro-Boote auf den Kanälen von Aveiro

14) Valença - Historische befestigte Grenzstadt mit Blick über den Minho bis nach Spanien

15) Palácio de Mateus (Vila Real) - Spektakulärer Barockpalast aus dem 18. Jahrhundert und berühmtes Weingut

16) Paço dos Duques de Bragança - Palast aus dem 15. Jahrhundert, inspiriert von nordeuropäischer Architektur

17) Vidago Palace - Prachtvolles Thermalhotel aus dem 19. Jahrhundert, bekannt für seine Mineralquellen

18) Igreja de Válega (Ovar) - Jugendstilkirche, geschmückt mit exquisiten Azulejos

19) Castelo de Bragança - Imposante Festung aus dem 12. Jahrhundert mit dem höchsten mittelalterlichen Bergfried Portugals

20) Citânia de Briteiros - Ruinen einer alten keltischen Höhensiedlung

21) Das Krankenhausschiff Gil Eannes - Ein liebevoll restauriertes Krankenhausschiff, das vom harten Leben der Fischer im Nordatlantik erzählt

22) Museu do Douro (Peso da Régua) - Museum zur Geschichte der Weinregion Douro

Die folgende interaktive Karte zeigt, wo all diese Sehenswürdigkeiten liegen (Hinweis: Zoome hinein oder heraus, um alle Punkte zu sehen)

Legende: 1) Bom Jesus do Monte 2) Pinhão (Douro-Tal) 3) Parque Nacional da Peneda-Gerês 4) Basílica de Santa Luzia 5) Palheiros da Costa Nova 6) 516 Arouca und Passadiços do Paiva 7) Almeida 8) Parque Arqueológico do Vale do Côa 9) Castelo de Guimarães 10) Ponte Romana (Ponte de Lima) 11) Sé de Braga 12) Nossa Senhora dos Remédios (Lamego) 13) Kanäle von Aveiro 14) Valença 15) Palácio de Mateus 16) Paço dos Duques de Bragança 17) Vidago Palace 18) Igreja de Válega 19) Castelo de Bragança 20) Citânia de Briteiros 21) Gil Eannes 22) Museu do Douro

Touren durch das Douro-Tal
Eine organisierte Tour mit einem erfahrenen Guide ist oft die beste Möglichkeit, das Douro-Gebiet voll auszukosten. Es gibt viele hervorragende Touren, die Weinprobe, Bootsfahrt und Sightseeing an einem einzigen Tag verbinden. Zu den besten Touren von GetYourGuide gehören:

Die besten Sehenswürdigkeiten Nordportugals im Detail

Bom Jesus do Monte

Der Bom Jesus do Monte gehört zu den spektakulärsten Wallfahrtsstätten Portugals.

Berühmt ist er für seine barocke Treppenanlage: einen symbolischen Weg über 577 Stufen, der für den Pfad zur spirituellen Erleuchtung steht. Auf jeder Ebene dieses heiligen Aufstiegs findest du kunstvolle Brunnen und Kapellen mit Szenen aus der Passion Christi.

Oben thront eine elegante klassizistische Kirche inmitten ruhiger, bewaldeter Gärten. Von hier hast du einen atemberaubenden Blick über Braga und die Region Minho.

Wer sich die Treppen lieber sparen möchte, kann den historischen Elevador do Bom Jesus nehmen, eine ganz besondere Alternative. Er ist die älteste noch betriebene Standseilbahn der Welt mit Wasserballast: Ein ausgeklügeltes System aus Wassergegengewichten befördert die Besucher den steilen Hang hinauf.

Diese Mischung aus barocker Pracht, religiöser Symbolik, technischer Innovation und landschaftlicher Schönheit macht den Bom Jesus do Monte zur besten Sehenswürdigkeit in Nordportugal.

Bom Jesus do Monte Portugal
Wassergetriebene Standseilbahn Bom Jesus do Monte, Portugal

Mit der wasserbetriebenen Standseilbahn kommst du deutlich bequemer auf den Hügel

Pinhão (Douro-Tal)

Pinhão ist der hübscheste Ort in der Douro-Region und liegt am Zusammenfluss von Douro und Pinhão. Ringsum ziehen sich terrassierte Weinberge die steilen Hänge des Douro-Tals hinauf.

Pinhão liegt mitten im Portweingebiet des Douro, und gleich drei ausgezeichnete Quintas (Weingüter) bieten Führungen und Verkostungen an. Am charmanten Hafen starten Bootstouren, auf denen du die malerische Landschaft der Region ganz entspannt weiter erkunden kannst. Wenn du es aktiver magst, führen Wanderwege die Hügel hinauf zu traumhaften Aussichtspunkten wie dem Miradouro Casal de Loivos.

Pinhão erreichst du mit dem Zug von Porto aus; der Ort ist ein Halt an der landschaftlich herrlichen Bahnstrecke Linha do Douro (Infos dazu hier). Außerdem liegt Pinhão nahe der Straße N222, die oft als eine der schönsten Autostrecken Europas gilt.

Pinhão ist klein, aber wunderbar, und wenn du eine Reise ins Douro-Tal planst, sollte Pinhão dein Hauptziel sein.

Pinhão in Nordportugal

Die Uferpromenade von Pinhão, umgeben von terrassierten Weinbergen

Parque Nacional da Peneda-Gerês

Der Parque Nacional da Peneda-Gerês ist eine atemberaubende Wildnis, die sich im äußersten Norden des Landes entlang der spanischen Grenze erstreckt. Dieser spektakuläre Park vereint schroffe Granitgipfel, uralte Eichenwälder, kristallklare Wasserfälle und traditionelle Dörfer.

Zu den Höhepunkten des Parks zählen der grandiose Aussichtspunkt Pedra Bela, die historische Wallfahrtsstätte Senhora da Peneda und das malerische Dorf Soajo mit seiner Gruppe traditioneller Espigueiros (Getreidespeicher) aus Granit. Der landschaftlich reizvolle Stausee Vilarinho das Furnas, in dessen Fluten ein altes Dorf versunken ist, erzählt eine faszinierende Geschichte aus der Vergangenheit der Region. Im Park lebt eine vielfältige Tierwelt, darunter die seltenen wilden Garrano-Pferde, Wölfe und Steinadler. Kristallklare Naturbecken wie der Poço Azul und der kaskadenartige Tahiti-Wasserfall sind im Sommer perfekte Badeplätze.

Wer gern draußen unterwegs ist, kann über 200 Meilen (rund 320 km) markierter Wanderwege erkunden, von leichten Naturspaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergtouren. Der Park eignet sich außerdem bestens zum Mountainbiken, Klettern und Canyoning. Im Frühling leuchtet die Landschaft in allen Farben, wenn Wildblumen die Wiesen wie ein Teppich bedecken.

Brücke Ponte Mizarela, Parque Nacional da Peneda-Gerês

Basilika Santa Luzia (Viana do Castelo)

Hoch über Viana do Castelo erhebt sich die Basilika Santa Luzia, ein beeindruckender neobyzantinischer Bau. Vorbild für die Kirche war die Basilika Sacré-Cœur in Paris; sie verbindet auf markante Weise byzantinische und romanische Elemente und wird von einer imposanten Zentralkuppel gekrönt.

Die strahlend weiße Kalksteinfassade ist mit kunstvollen Skulpturen und dekorativen Details geschmückt, innen erwarten dich wunderschöne Buntglasfenster und filigrane Mosaike. Du kannst bis zur Kuppel hinaufsteigen und hast von dort einen Panoramablick über die Stadt und die Mündung des Rio Lima.

Basílica de Santa Luzia

Der Bau der Basilika begann 1904 und wurde erst 1959 abgeschlossen

Blick über Viana do Castelo

Der Blick über Viana do Castelo von oben auf der Kuppel

Strandhäuser Palheiros (Costa Nova)

Die Strandhäuser von Costa Nova gehören zu den meistfotografierten Motiven Nordportugals. Die hübschen gestreiften Häuschen säumen Strand und Hafenpromenade und heißen Palheiros (Heuschober), weil sie ursprünglich mit Stroh oder Schilf gedeckt waren.

Sie dienten der örtlichen Fischergemeinde als Lagerräume und Unterkünfte und wurden auf Pfählen errichtet, um sie vor den Gezeiten und dem wandernden Sand zu schützen.

Heute sind viele davon zu Ferienhäusern und Restaurants umgebaut, tragen aber noch immer ihren typischen Streifenanstrich. Diese Tradition entstand aus ganz praktischen Gründen: Mit übrig gebliebener Farbe von den Fischerbooten wurden die Holzbauten instand gehalten.

Costa Nova ist im Sommer ein herrliches Ziel für einen Tagesausflug an den Strand und hat einen traumhaften Sandstrand.

Palheiros da Costa Nova in Nordportugal

516 Arouca und Passadiços do Paiva

Die Paiva-Holzstege (Passadiços do Paiva) bilden einen spektakulären, 8,7 km langen Bohlenweg, der dem gewundenen Lauf des Paiva durch die dramatische Landschaft der Region folgt.

An der Strecke liegt die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt, die 516 Arouca, die sich auf beeindruckenden 516 Metern in schwindelerregenden 175 Metern Höhe über das Flusstal spannt.

Der Steg selbst schlängelt sich durch uralte Wälder und vorbei an Felsvorsprüngen, und über Holztreppen und Aussichtsplattformen gelangst du zu den vielfältigen geologischen Besonderheiten der Region. Für die komplette Wanderung brauchst du in der Regel 2,5 bis 3 Stunden für die einfache Strecke, zurück geht es meist mit einem Shuttlebus.

Am besten besuchst du die Stege im Rahmen einer organisierten Wandertour; zahlreiche Anbieter haben Tagesausflüge ab Porto im Programm.

516 Arouca

Almeida

Almeida ist eine stark befestigte Grenzstadt, die von gewaltigen sternförmigen Festungsanlagen umschlossen ist.

Die Festung gehört zu den schönsten Beispielen der Militärbaukunst des frühen 19. Jahrhunderts. Ihre mächtigen Mauern hielten während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel mehreren Belagerungen stand, die Burg im Zentrum wurde jedoch 1810 bei einer verheerenden Pulverexplosion auf tragische Weise zerstört.

Die beeindruckende Verteidigungsanlage hat einen Mauerumfang von 2,5 km, sechs Tore und tiefe Schutzgräben, die eine Höhe von 12 Metern erreichen. Bis heute liegt die gesamte Altstadt innerhalb dieser gut erhaltenen Befestigungen, die so raffiniert angelegt wurden, dass sie selbst den stärksten Artillerieangriffen ihrer Zeit standhalten sollten.

Festung von Almeida

Die Festung von Almeida

Côa-Tal

Im Côa-Tal verbirgt sich eine der bedeutendsten Sammlungen paläolithischer Felskunst weltweit. Die außergewöhnliche Stätte umfasst Tausende uralter Gravuren aus der Zeit zwischen 22.000 und 10.000 v. Chr., die vor allem Tiere wie Pferde, Steinböcke und Fische zeigen, daneben auch einige menschliche Figuren.

Dieses unersetzliche Erbe wurde in den 1990er-Jahren vor der Zerstörung bewahrt, als ein geplanter Staudamm die gesamte Region zu überfluten drohte. Heute steht das Gebiet unter strengem Schutz, und die wichtigsten Fundstellen kannst du nur im Rahmen organisierter Führungen besuchen.

Das Côa-Museum ergänzt die uralten Kunstwerke durch umfassende Ausstellungen, darunter lebensgroße Nachbildungen, interaktive Stationen und ausführliche Einblicke in die Altsteinzeit.

Museu do Côa

Das Côa-Museum hoch oben über dem Tal

Castelo de Guimarães

Das Castelo de Guimarães ist eine mittelalterliche Festung, an der die Portugiesen sehr hängen, denn hier wurde 1109 Afonso Henriques geboren, der erste König Portugals. Die Burg thront auf riesigen Felsblöcken und ist von dicken Granitmauern umgeben; in der Mitte erhebt sich der eindrucksvolle Torre de Menagem (Bergfried).

Die Burg wirkt wunderbar erhalten, denn sie wurde in den 1940er-Jahren unter dem Estado-Novo-Regime umfassend restauriert. Die Arbeiten fielen mit den Feierlichkeiten zum 800. Jahrestag der Gründung Portugals (1140–1940) zusammen.
Passender Reiseführer: Reiseführer Guimarães.

Castelo de Guimarães

Ponte de Lima

Ponte de Lima ist die älteste vila (Ort mit Stadtrecht) Portugals und verdankt ihren Namen der schönen Römerbrücke (ponte), die den Fluss Lima überspannt.

Der Ort ist bekannt für seinen reizvollen mittelalterlichen Charakter, seine gut erhaltene historische Architektur und seine Kopfsteinpflastergassen. Zu den markantesten Merkmalen des Ortes gehört die lange Uferpromenade. Sie bildet eine herrliche Kulisse für den berühmten Markt, der alle zwei Wochen stattfindet und bis ins Jahr 1125 zurückgeht.

Ponte de Lima liegt mitten im Anbaugebiet des Vinho Verde, eines leichten, spritzigen Weins, der seinen „grünen“ Namen den jungen Trauben verdankt, aus denen er gekeltert wird.

Ponte de Lima ist zwar nur eine Kleinstadt, gehört aber zu den malerischsten Orten im Norden Portugals.

Brücke Ponte de Lima

Die Brücke von Ponte de Lima

Mittelalterliches Ponte de Lima

Das mittelalterliche Zentrum von Ponte de Lima

Sé de Braga

Die Sé de Braga ist die älteste Kathedrale Portugals und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Das historische Bauwerk vereint verschiedene Baustile, vom ursprünglich romanischen Bau bis zu gotischen, barocken und manuelinischen Ergänzungen, und spiegelt so jahrhundertelange Umbauten und Erweiterungen wider.

Die Fassade der Kathedrale zieren eindrucksvolle Zwillingstürme, und im Inneren findest du zahlreiche Schätze, darunter das vergoldete Chorgestühl, prunkvolle Kapellen und zwei historische Orgeln.
Passende Reiseführer: Tagesausflug nach Braga

Sé de Braga

Nossa Senhora dos Remédios (Lamego)

Das Heiligtum Nossa Senhora dos Remédios thront majestätisch auf dem Monte de São Estêvão in Lamego und steht der Pracht von Bom Jesus do Monte in Braga in nichts nach. Die prunkvolle Barocktreppe, geschmückt mit Azulejos (traditionellen portugiesischen Fliesen), kunstvollen Statuen und Brunnen, führt über 686 Stufen hinauf zur atemberaubenden Kirche.

Lamego selbst ist eine der reizvollsten historischen Städte im Douro-Tal: Elegante barocke Herrenhäuser und mittelalterliche Gassen fügen sich hier harmonisch in die umliegenden, rebenbedeckten Hügel ein. Die malerische Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Douro-Region zu erkunden.

Nossa Senhora dos Remédios Lamego

Die Kanäle von Aveiro

Die Kanäle verbanden die Lagune Ria de Aveiro mit der Stadt und spielten eine entscheidende Rolle im Handel mit Salz und Seetang (Letzterer diente als Dünger).

Um auf den seichten Wasserwegen der Lagune fahren zu können, baute man eigens Boote mit geringem Tiefgang. Diese traditionellen Boote heißen Moliceiros. Typisch für sie sind der geschwungene Bug und die aufwendigen Malereien, die Szenen aus dem Alltag, der Volkskultur und gelegentlich auch humorvolle Situationen zeigen. Heute haben die anmutigen Boote eine neue Aufgabe: Sie fahren Touristen auf geführten Touren durch die Stadt und gehören inzwischen zu den beliebtesten Attraktionen Aveiros.

In Aveiro stehen außerdem einige der schönsten Jugendstilgebäude Portugals. Diese eleganten Häuser entstanden mit dem Vermögen, das portugiesische Händler aus Brasilien mitgebracht hatten. Charakteristische Keramikfliesen, schmiedeeiserne Balkone und filigrane Blumenmotive verkörpern die künstlerischen Ideale des Jugendstils.

Kanäle von Aveiro

Valença

Valença ist eine historische Festungsstadt am Minho, direkt an der Nordgrenze zu Spanien. In der Stadt liegt die Fortaleza de Valença, eine beeindruckende sternförmige Festungsanlage mit doppeltem Mauerring.

Die Mauern sind bemerkenswert gut erhalten. Du kannst auf dem größten Teil der Mauern entlanggehen und hast von dort einen spektakulären Blick über den Minho und auf die spanische Stadt Tui.

Festung Fortaleza de Valença

Die Fortaleza de Valença über dem Minho

Palácio de Mateus

Der Palácio de Mateus bei Vila Real gehört zu den schönsten Barockbauten des Landes. Er wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts fertiggestellt. Entworfen hat ihn der italienische Architekt Nicolau Nasoni, der die portugiesische Architektur vor allem im Norden nachhaltig geprägt hat.

Am auffälligsten am Palácio de Mateus ist seine prunkvolle Fassade mit üppigem barockem Schmuck und einer doppelten Freitreppe. Die Zierspitzen entlang der Dachlinie geben dem Gebäude seine unverwechselbare Silhouette. Weinliebhabern dürfte der Palast von außen bekannt vorkommen, denn seine berühmte Fassade ziert jede Flasche Mateus Rosé, obwohl der Wein gar nicht auf dem Anwesen hergestellt wird.

Im Inneren findest du eine bedeutende Sammlung sakraler Gegenstände, antiker Möbel und Gemälde sowie eine bemerkenswerte Bibliothek mit seltenen Büchern und Handschriften.

Palácio de Mateus

Der Palácio de Mateus

Paço dos Duques de Bragança

Der Paço dos Duques de Bragança, der Palast der Herzöge von Bragança, ist ein großartiges Beispiel für die Architektur des 15. Jahrhunderts und verbindet auf schöne Weise portugiesische und nordeuropäische Einflüsse. Afonso, der erste Herzog von Bragança, ließ ihn zwischen 1420 und 1422 errichten. Der Palast spiegelt die Macht der Familie Bragança wider, die später zur Königsdynastie Portugals werden sollte.

Mit seinen markanten hohen Schornsteinen, dem kreuzförmigen Grundriss und dem prächtigen großen Saal vereint der Palast die Rollen von Festung und Adelssitz. Im 19. Jahrhundert verfiel er und diente als Kaserne, bis er während des Estado Novo (1937-1959) umfassend restauriert wurde und seine mittelalterliche Pracht zurückerhielt.

Heute beherbergt der Paço dos Duques de Bragança eine außergewöhnliche Sammlung von Möbeln aus der Epoche, flämischen Wandteppichen mit Szenen der Feldzüge in Nordafrika, mittelalterlichen Waffen und historischen Objekten.

Paço dos Duques de Bragança

Palácio de Vidago

Das elegante Vidago Palace Hotel liegt inmitten von 250 Acres gepflegter Gärten und alter Wälder und ist für seine Thermalbäder bekannt. König Carlos I. hatte den Palast ursprünglich 1908 in Auftrag gegeben, fertiggestellt wurde er 1910. Unverkennbar sind die rosafarbene Fassade und die vier eleganten Türme mit Kupferkuppeln, die über die Landschaft hinausragen.

Berühmt ist der Palast für seinen Thermalkomplex, in dem das mineralreiche Quellwasser der Region für Wellnessanwendungen genutzt wird. Die Anlage verbindet historischen Charme mit modernem Luxus und bietet sowohl traditionelle Thermalbäder als auch zeitgemäße Spa-Angebote. Seit der umfassenden Renovierung im Jahr 2010 verbindet das Palasthotel die Pracht des frühen 20. Jahrhunderts nahtlos mit modernem Komfort.

Igreja de Válega

Die Igreja de Válega ist die farbenfroheste Kirche Nordportugals und ein wunderschönes Beispiel für Azulejos (Fliesenmalerei). Die Kirche aus dem frühen 20. Jahrhundert fällt durch ihre außergewöhnliche Fliesenfassade und ihren Innenraum auf: Fast jede Fläche ist mit leuchtenden Azulejos bedeckt, die biblische Szenen und geometrische Muster zeigen.

Die Künstler Jorge Colaço und Narciso Correia gestalteten die Kirche zwischen 1927 und 1933 in einer beeindruckenden Mischung aus Jugendstil und traditionellen portugiesischen Dekorationsstilen.

Dieser Geheimtipp liegt zwischen Porto und Aveiro und lohnt einen Zwischenstopp, wenn du mit dem Auto zwischen den beiden Städten unterwegs bist.

Igreja de Válega Ovar

Das Hospitalschiff Gil Eannes

Dieses liebevoll restaurierte Hospitalschiff liegt im Hafen von Viana do Castelo vor Anker und ist das faszinierendste Museum Nordportugals.

Das 1955 gebaute Hospitalschiff war eine lebenswichtige Stütze für Portugals Kabeljauflotte, die in den rauen Gewässern des Nordatlantiks fischte, vor allem vor Neufundland und Grönland. Seine Hauptaufgabe bestand darin, Tausende portugiesische Kabeljaufischer in diesen abgelegenen und gefährlichen Gewässern medizinisch zu versorgen, mit Vorräten auszustatten und zu unterstützen. Die Gil Eannes hatte ein Krankenhaus mit 33 Betten, einen Operationsbereich, eine Apotheke und sogar eine zahnärztliche Versorgung an Bord.

Das Museum gibt einen packenden Einblick in das harte Leben der Fischer im Nordatlantik und in die medizinischen Fortschritte, die sie bei ihrer gefährlichen Arbeit unterstützten.

Hospitalschiff Gil Eannes
Operationssaal der Gil Eannes

Der primitive Operationssaal

Castelo de Bragança

Das Castelo de Bragança zählt zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Festungen Portugals und schützte einst sowohl Bragança als auch die Nordgrenze des Landes. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert umfassend verstärkt. Ihr Wahrzeichen ist der markante, 33 m hohe Bergfried (Torre de Menagem), und sie gehört zu den höchsten und am besten erhaltenen Burgen Portugals. Die Anlage ist von Mauern mit fünfzehn wehrhaften Türmen umgeben, und im Bergfried ist ein Militärmuseum untergebracht.

Die Burganlage ist von mächtigen Mauern umgeben, die von fünfzehn massiven Türmen verstärkt werden, und ist ein schönes Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur. Heute kannst du die Mauern auf ganzer Länge umrunden und hast dabei einen weiten Blick über Bragança und die Landschaft von Trás-os-Montes, über die diese Festung seit Jahrhunderten wacht.

Citânia de Briteiros

Die Citânia de Briteiros ist eine beeindruckende Siedlung aus der Eisenzeit, die dir einen umfassenden Einblick in das vorrömische keltische Leben im Norden Portugals gibt. Auf der gut erhaltenen archäologischen Stätte siehst du die steinernen Grundmauern von über 150 Rundhäusern, ein verwinkeltes Straßennetz und ausgeklügelte Wassersysteme, die bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen.

Die antike Stadt ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Castro-Kultur auf der Iberischen Halbinsel. Die Ausgrabungen belegen, dass der Ort von der Bronzezeit bis in die Römerzeit durchgehend bewohnt war. Heute kannst du zwischen den alten Steinmauern umherstreifen, die Reste der Familiengehöfte erkunden und gemeißelte Steinornamente entdecken, die mehr als zwei Jahrtausende überdauert haben.

Citânia de Briteiros

Museu do Douro

Das Museu do Douro (Douro-Museum) ist in einem wunderschön restaurierten Palast aus dem 18. Jahrhundert in Peso da Régua untergebracht und dient als wichtigstes Kulturzentrum, das sich dem Erbe der Weinregion am Douro widmet. Das Museum erzählt ausführlich die Geschichte der Weinbautradition im Douro-Tal und seiner Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes.

Die Dauerausstellungen zeichnen die Weinbaugeschichte der Region anhand von Fotos, Werkzeugen, Dokumenten und Multimedia-Stationen nach.

Museu do Douro

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