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Guimarães oder Braga? Welche Stadt für einen Tagesausflug oder Urlaub?

Die eine Stadt schenkte Portugal seinen ersten König. Die andere schenkte ihm seine erste Kathedrale. Beide liegen keine Stunde von Porto entfernt, und die Frage, für welche man sich entscheiden soll, gehört zu denen, die mir am häufigsten gestellt werden.

In Guimarães hat Portugal seinen Anfang genommen. In der Burg aus dem 10. Jahrhundert auf dem Hügel über der Altstadt wurde Afonso Henriques geboren, der Kriegerkönig, der 1139 auf der Iberischen Halbinsel ein eigenes Land erkämpfte. Die mittelalterlichen Gassen unterhalb der Burg haben sich in den Jahrhunderten seither erstaunlich wenig verändert. Die Stadt ist klein, lässt sich gut zu Fuß erkunden und trägt ihre Geschichte mit der stillen Selbstverständlichkeit eines Ortes, der genau weiß, was er ist.

Braga liegt 25 Kilometer weiter nördlich und ist in fast jeder Hinsicht anders. Es ist die drittgrößte Stadt Portugals, eine lebendige Universitätsstadt mit einer autofreien Innenstadt voller Geschäfte, Cafés und prächtiger Barockkirchen. Seine Kathedrale, die Sé, ist die älteste des Landes, und auf einem Hügel gleich vor der Stadt steht das großartige Bom Jesus do Monte mit seiner theatralischen Treppe, die sich himmelwärts hinaufzieht. Braga hat mehr Energie, mehr Abwechslung und für den Abend mehr zu bieten, als Guimarães überhaupt anstrebt.

Wenn du nur einen einzigen Tag zur Verfügung hast, würde ich dich zuerst nach Guimarães schicken. Der mittelalterliche Charakter zieht sich durch jede Straße des kleinen historischen Zentrums, von den gepflasterten Gassen rund um die Burg bis zu den Granitbögen an den alten Plätzen. Mit Braga verhält es sich anders. Es ist eine moderne Stadt mit einer Handvoll bedeutender historischer Sehenswürdigkeiten und keine durch und durch historische Stadt, und dieser Unterschied fällt ins Gewicht, wenn du nur ein paar Stunden hast. Ich habe Besucher erlebt, die versucht haben, beide Städte in einen einzigen Tag zu packen, und ich kann dir nur dringend davon abraten. Jede der beiden verdient einen ganzen Tag für sich.

Ich bereise Portugal seit 2001, und zusammen mit meiner portugiesischen Frau bin ich im Lauf der Jahre immer wieder in beide Städte zurückgekehrt, mal für einen Nachmittag, mal für ein langes Wochenende und oft, um Freunden und Familie, die uns besuchen, das Herz des Nordens zu zeigen. Dieser Ratgeber stützt sich auf die Reisen aus all diesen Jahrzehnten. Er soll dir helfen, dich zu entscheiden, welche der beiden Städte zu dem Urlaub passt, den du im Sinn hast, und wie du deine Zeit dort am besten nutzt, sobald du deine Wahl getroffen hast.
Weitere Artikel: Reiseführer Guimarães - Reiseführer Braga

Warum also Guimarães?

Guimarães ist die stimmungsvollste der historischen Städte im Norden Portugals. Granithäuser neigen sich über die gepflasterten Gassen, die Plätze haben ihre mittelalterliche Form bewahrt, und eine Burg, die älter ist als das Land selbst, wacht oben vom Hügel aus über alles.

Mitten in der Altstadt liegt der Largo da Oliveira. Der Platz ist nach dem Olivenbaum benannt, der in seiner Mitte steht, und wird von der gotischen Klosterkirche Nossa Senhora da Oliveira beherrscht. Von dort führen die Arkaden der Antiga Câmara Municipal hinüber zur Praça de São Tiago, einem zweiten mittelalterlichen Platz, auf dem ich schon mehr späte Nachmittage bei einem Kaffee verbracht habe, als ich zählen kann.

Der älteste Teil der Stadt zieht sich im Norden den Hügel hinauf, und dort findest du das Castelo de Guimarães. Die Burg wurde im 10. Jahrhundert zum Schutz vor maurischen Überfällen errichtet. Sie war der Geburtsort von Afonso Henriques und diente ihm in den folgenden Jahren als Königshof. Direkt unterhalb der Burg steht der Paço dos Duques de Bragança, ein nüchterner Palast aus dem 15. Jahrhundert. Seine Prunksäle sind voller Stilmöbel und flämischer Wandteppiche und strahlen eine Schwere aus, die gut zu dem Gebäude passt.

Guimarães ist ein Gewirr aus engen Gassen und kleinen Plätzen und wirkt größer, als es tatsächlich ist. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten schaffst du zu Fuß in etwa vier Stunden. Viele Besucher verlängern den Tag mit einer Seilbahnfahrt auf den Monte da Penha und genießen von dort den Blick weit über die Region. In dieser Stadt steckt in jeder Straße Geschichte, und wenn du ohne Eile umherschlenderst, stößt du meist auf etwas, womit du nicht gerechnet hast.

Highlights von Guimarães

Castelo de Guimarães

Das Castelo de Guimarães. Die Burg wurde im 10. Jahrhundert zum Schutz vor den Mauren erbaut. Hier wurde König Afonso Henriques geboren, und hier hatte sein Königshof ursprünglich seinen Sitz.

Antiga Câmara Municipal Largo da Oliveira Guimarães

Die Praça de São Tiago und der Largo da Oliveira. Die beiden miteinander verbundenen mittelalterlichen Plätze bilden die Mitte der Altstadt. Nirgendwo sonst in Guimarães verfliegt ein Nachmittag so schnell wie hier.

Paço dos Duques de Bragança Guimarães

Der Paço dos Duques de Bragança. Der imposante Palast aus dem 15. Jahrhundert ist die offizielle Residenz des portugiesischen Präsidenten im Norden des Landes. Er beherbergt eine bemerkenswerte Sammlung von Waffen, Keramik und flämischen Wandteppichen.

Penha Guimarães

Der Monte da Penha. Östlich der Stadt steigt dieser bewaldete Hügel bis auf 613 Meter an. Dort erwarten dich riesige Granitfelsen, ruhige Fußwege und ein Panoramablick. Eine Seilbahn verbindet Guimarães mit dem Santuário da Penha auf dem Gipfel.

Gruppentouren nach Braga und Guimarães
Mit einer Kleingruppentour siehst du beide Städte am einfachsten an einem Tag. Um die Fahrt, den Zeitplan und den historischen Hintergrund kümmert sich jemand anderes. Wir empfehlen GetYourGuide schon seit sieben Jahren, und diesen Touren vertrauen wir:

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Und Braga?

Guimarães ist zwar meine erste Empfehlung, aber Braga ist eine Stadt, die sich meiner Meinung nach kein Besucher entgehen lassen sollte.

Braga hat einen ganz anderen Charakter. Als drittgrößte Stadt Portugals bietet es eine Größe, Energie und Vielfalt, mit der Guimarães nicht mithalten kann. Guimarães konzentriert sich auf seine Geschichte und lässt es gemächlich angehen. Braga dagegen ist rastlos und voller Leben, mit deutlich mehr Geschäften, Restaurants und Bars und mit vielen Studierenden, die das Zentrum bis spät in den Abend hinein beleben.

Die gesamte Innenstadt ist Fußgängerzone. Bei einem Spaziergang am Vormittag kommst du an schönen Plätzen, breiten Einkaufsstraßen und einer prächtigen Barockkirche nach der anderen vorbei. Die Hauptattraktion der Altstadt ist die Sé de Braga, die älteste Kathedrale Portugals. Um das Bauwerk ranken sich zahlreiche Legenden, und seine Architektur ist über Jahrhunderte Schicht für Schicht gewachsen. Abgesehen von der Kathedrale findest du den hübschen Jardim de Santa Bárbara, den herrschaftlichen Palácio dos Biscainhos und die prächtige Praça da República, auf der das Leben der Stadt zusammenkommt.

Zu jedem Tagesausflug nach Braga gehört auch ein Abstecher nach Bom Jesus do Monte, fünf Kilometer östlich des Zentrums. Die Kirche thront auf einem Hügel. Hinauf kommst du entweder über eine kunstvolle Barocktreppe, die den Aufstieg in den Himmel darstellt, oder mit der ältesten wasserbetriebenen Standseilbahn der Welt, die noch in Betrieb ist. Bom Jesus do Monte gehört zu den großen Sehenswürdigkeiten Nordportugals, und an klaren Tagen reicht der Blick von oben kilometerweit.

Die Höhepunkte von Braga

Bom Jesus do Monte Braga

Bom Jesus do Monte. Eine Wallfahrtskirche auf einer Anhöhe über der Stadt und eine der großen barocken Sehenswürdigkeiten Nordportugals.

Sé de Braga

Die Sé de Braga. Die älteste Kathedrale Portugals, die in der Frühgeschichte des Landes eine zentrale Rolle spielte und in der sich tausend Jahre Baugeschichte überlagern.

Praça da República Braga

Die Praça da República. Ein prächtiger Platz mitten in der Stadt, auf dem das historische Braga auf den Alltag von Studierenden, Einkaufsbummlern und Cafégästen trifft.

Palácio dos Biscainhos Braga

Palácio dos Biscainhos. Ein Adelspalast aus dem 17. Jahrhundert mit einem der schönsten Barockgärten Portugals.

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