Porto-North-Portugal.com
Der beste unabhängige Reiseführer für Porto
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Der beste unabhängige Reiseführer für Porto
Kaum eine europäische Stadt hält dich so lange fest wie Porto. Das liegt an der Stadt selbst, aber genauso an ihrer Umgebung. In weniger als einer Stunde mit dem Zug kannst du im Hof stehen, in dem der erste König Portugals geboren wurde, eine barocke Treppe hinaufsteigen, die angeblich den Aufstieg in den Himmel nachbildet, in einer bemalten Gondel durch ein Netz von Kanälen gleiten oder zusehen, wie der Douro an terrassierten Weinbergen vorbeizieht, auf denen seit drei Jahrhunderten Portwein entsteht. All das erreichst du bequem, und das meiste davon kostet weniger als ein Mittagessen.
Die meisten, die zum ersten Mal hier sind, überrascht vor allem die enorme Vielfalt. Im Osten öffnet sich das Douro-Tal, meiner Meinung nach die schönste Weinregion Europas. Im Norden liegen Guimarães und Braga, das historische und spirituelle Kernland Portugals. Im Westen erstreckt sich die Costa Verde mit den gestreiften Fischerhäuschen von Costa Nova und den langen goldenen Stränden von Vila do Conde. Südlich der Stadt liegt Aveiro mit seinen Kanälen und dahinter die Universitätsstadt Coimbra. Die Kunst besteht nicht darin, lohnende Ziele zu finden, sondern zu entscheiden, welche Ausflüge du in der Zeit unterbringst, die du hast.
Für die meisten dieser Ausflüge brauchst du kein Auto. Portos Regionalbahn- und Metronetz gehört zu den besten des Landes, und die meisten Ziele in diesem Reiseführer erreichst du mit einem Direktzug, oft in etwa einer Stunde und für ein paar Euro. Wo ein Auto die Region wirklich erschließt, etwa auf den Nebenstraßen im Douro-Tal oder im oberen Minho, sage ich dir das ganz offen. Wo nicht, lotse ich dich zur einfacheren und günstigeren Variante.
Ich bereise Portugal seit 2001, und meine portugiesische Frau hat Familie in Porto und Umgebung. Deshalb ist die Stadt schon seit fast fünfundzwanzig Jahren unser zweites Zuhause. In dieser Zeit haben wir diese Tagesausflüge zu jeder Jahreszeit und in jedem Tempo gemacht und sie einer ganzen Reihe von Freunden gezeigt, die uns gefragt haben, wohin sie zuerst fahren sollen. In diesem Reiseführer gebe ich weiter, was wir dabei gelernt haben. So kannst du die Ausflüge auswählen, die am besten zu deiner eigenen Woche im Norden passen, und dir die sparen, die den Weg nicht lohnen.
Wenn jeder Reiseführer eine andere Stadt anpreist, kann einen die Auswahl schnell überfordern. Deshalb beschreibe ich dir die Ziele im Folgenden so, wie ich sie einem Freund schildern würde, der wissen will, wo er zuerst hinfahren soll. Ich habe sie danach gruppiert, wie die meisten Besucher sie tatsächlich nutzen: die beliebten Ausflüge, die ihren Ruf verdienen, und eine Handvoll ruhigerer Alternativen, die du kennen solltest, wenn du Zeit hast oder dem Trubel entkommen möchtest.
Guimarães:
Die Portugiesen nennen die Stadt die Wiege ihrer Nation, und das ist nicht übertrieben. Der erste König Portugals wurde hier 1109 geboren, und die mittelalterliche Altstadt hat sich in den achthundert Jahren seither bemerkenswert wenig verändert. Dich erwarten ein düsterer gotischer Palast, eine Burg auf einem Hügel und ein Gewirr aus Granitgassen, das ganz von selbst vom einen zum anderen führt. In drei Stunden schaffst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ganz ohne Eile. Ein Direktzug ab Porto braucht rund eine Stunde. Reiseführer für Guimarães
Braga:
Fast zweitausend Jahre lang war Braga die religiöse Hauptstadt Portugals. Hier steht die älteste Kathedrale des Landes, und Kirchtürme prägen die Silhouette der Stadt. Die meisten Besucher verbinden die Altstadt mit einem Abstecher zum Bom Jesus do Monte, der barocken Wallfahrtskirche, zu der eine monumentale Zickzacktreppe hinaufführt. Lass dir das auf keinen Fall entgehen. Plane vier bis fünf Stunden ein, um beides in Ruhe zu sehen. Der Zug ab Porto braucht etwas über eine Stunde. Reiseführer für Braga
Aveiro:
Aveiro wird oft das Venedig Portugals genannt. Das ist etwas zu dick aufgetragen, ganz aus der Luft gegriffen ist der Vergleich aber nicht. Die Stadt ist von Kanälen durchzogen, auf denen bunte Moliceiro-Boote unterwegs sind. Früher erntete man mit ihnen Seetang, heute fahren sie Besucher auf kurzen Touren herum. Für Aveiro selbst brauchst du nur ein paar Stunden, deshalb würde ich es immer mit Costa Nova verbinden, acht Kilometer weiter westlich. Dort sind die gestreiften Fischerhäuschen an der Uferpromenade zu einem der meistfotografierten Motive des Landes geworden. Ein Direktzug ab Porto braucht rund eine Stunde. Reiseführer für Aveiro
Das Douro-Tal:
Für mich ist das die schönste Weinregion Europas, und jeder Tropfen Portwein der Welt stammt von hier. Terrassierte Weinberge fallen steil zum träge dahinfließenden Fluss ab, und die kleinen Städte Pinhão und Peso da Régua sind für Besucher die wichtigsten Ausgangspunkte. Das Tal liegt hundert Kilometer östlich von Porto, und es gibt drei sinnvolle Möglichkeiten, es zu erkunden: eine ganztägige Flusskreuzfahrt, die Bahnstrecke Linha do Douro (eine der landschaftlich schönsten Zugfahrten Europas) oder eine Autofahrt entlang der N222. Jede Variante zeigt dir dieselbe Landschaft aus einem anderen Blickwinkel, und die Wahl zwischen ihnen gehört zu den angenehmeren Entscheidungen, die du auf dieser Reise treffen wirst, Reiseführer für das Douro-Tal.
Lamego:
Lamego ist eine ruhigere Alternative zu Braga und in mancher Hinsicht die interessantere. Das Santuário de Nossa Senhora dos Remédios thront am oberen Ende einer Barocktreppe, die der von Bom Jesus in nichts nachsteht, doch nach Lamego kommt nur ein Bruchteil der Besucher. Das Schöne hier ist das gemächlichere Tempo und das Gefühl, in einer ganz normalen, lebendigen portugiesischen Stadt zu sein, die sich nicht für den Tourismus verbogen hat. Ein Auto ist von Vorteil, weil du so unterwegs noch das Mosteiro de São João de Tarouca und das mittelalterliche Dorf Ucanha mitnehmen kannst, Reiseführer für Lamego.
Matosinhos:
Matosinhos hat den nächstgelegenen richtigen Strand bei Porto. Mit der Metro bist du in etwa einer halben Stunde dort. Der Ort selbst ist eher zweckmäßig als charmant und liegt direkt neben einem Industriehafen und dem Kreuzfahrtterminal. Dafür ist der Strand breit, das Wasser sauber, und die Fischrestaurants an der Rua Heróis de França grillen mit den besten Fisch im Norden. Fahr wegen des Strandes und des Mittagessens hin, nicht wegen der Kulisse, Reiseführer für Matosinhos.
Weitere Tagesausflüge, die du kennen solltest
Die Ausflüge oben füllen die meisten einwöchigen Reisepläne schon gut aus. Wenn du aber länger bleibst oder abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sein willst, würde ich dir noch einige ruhigere Ziele ans Herz legen.
Viana do Castelo ist die Stadt, die die meisten ausländischen Besucher auslassen, und gerade das tut ihr gut. Sie liegt an der breiten Mündung des Lima und hat ein prächtiges Heiligtum hoch auf dem Hügel, eine schöne Altstadt und jenes ungezwungene portugiesische Flair, das den beliebteren Zielen allmählich verloren geht.
Ponte de Lima ist einer der ältesten Orte Portugals. Er liegt am gleichnamigen Fluss, über den eine römische Brücke führt, auf der bis heute Fußgänger unterwegs sind. Der Ort ist klein, gemächlich und wunderschön, und am besten erreichst du ihn mit dem Auto.
Coimbra ist die altehrwürdige Universitätsstadt des Landes. Hier steht eine der ältesten Universitäten der Welt, und die Studierenden tragen noch immer die traditionellen schwarzen Umhänge. Von Porto aus ist Coimbra allerdings gerade noch als Tagesausflug machbar. Ich würde dir dringend raten, dort zu übernachten, statt alles an einem einzigen Tag durchzuhetzen, oder Coimbra als Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden Richtung Lissabon einzuplanen.
Vila do Conde ist ein kleines Fischerstädtchen, mit der Metro zwanzig Minuten nördlich von Porto. Hier blickt ein Kloster vom Hügel auf einen noch aktiven Hafen und drei Kilometer goldenen Sand. Wenn du einen Strandtag mit einer richtigen Stadt drumherum möchtest, bist du hier am besten aufgehoben.
Póvoa de Varzim ist eher ein Badeort für Portugiesen als für Touristen und im Sommer bei Familien aus dem ganzen Norden beliebt. Die Strände sind hervorragend, der Ort selbst weniger. Am besten passt Póvoa de Varzim, wenn du mit Kindern unterwegs bist und einfach einen unkomplizierten Tag am Meer verbringen willst.
Lohnt sich eine organisierte Tour?
Wenn du wenig Zeit hast, ist eine organisierte Tour oft der einfachste Weg, die Region kennenzulernen. Um das Fahren und die Fahrpläne kümmert sich jemand anderes, und ein guter Guide bringt dich an Orte, an denen du allein einfach vorbeilaufen würdest.
Vor allem das Douro-Tal erschließt sich mit Guide viel leichter als ohne. Auch bei kombinierten Tagen wie Guimarães und Braga, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem einzigen Tag kaum vernünftig zu schaffen sind, lohnt es sich, über eine Tour nachzudenken.
In den letzten Jahren habe ich mit GetYourGuide zusammengearbeitet, und die unten aufgeführten Touren würde ich selbst buchen.
Damit du dir deine Möglichkeiten besser vorstellen kannst, ist auf der Karte unten jedes Ziel eingezeichnet. Die beliebtesten Tagesausflüge sind gelb markiert, meine liebsten ruhigeren Alternativen grün.
Beliebte Tagesausflüge: 1) Braga 2) Guimarães 3) Douro-Tal 4) Aveiro 5) Matosinhos 6) Coimbra
Ruhigere Alternativen: 7) Lamego 8) Vila do Conde 9) Viana do Castelo 10) Ponte de Lima 11) Espinho 12) Barcelos 13) Póvoa de Varzim
Guimarães ist die älteste Stadt Portugals und für mich der schönste Tagesausflug ab Porto.
Wenn du ungefähr weißt, was die einzelnen Ziele zu bieten haben, stellt sich als Nächstes die Frage nach der Reihenfolge. So gehen wir selbst vor, und genau diese Reihenfolge empfehlen wir auch Freunden und Familie:
1) Guimarães 2) Braga 3) Douro-Tal 4) Aveiro 5) Viana do Castelo 6) Lamego
Die ersten vier erreichst du mit Direktzügen in etwa einer Stunde. Nach Viana do Castelo und Lamego bist du länger unterwegs, aber der zusätzliche Aufwand lohnt sich. Wenn du nur Zeit für die ersten drei hast, hast du trotzdem das Beste des Nordens gesehen. Noch ein Rat, bevor du loslegst: Nimm dir für Porto selbst mindestens zwei Tage Zeit, bevor du zu Ausflügen aufbrichst. Die Stadt ist es wert.
Passende Artikel: 2 Tage in Porto
Vila do Conde verbindet eine hübsche Altstadt mit drei Kilometern goldenem Sand.
Coimbra und Viana do Castelo erreichst du von Porto aus jeweils in etwa eineinviertel Stunden, und auf dem Papier wirken beide wie gute Tagesausflüge. In der Praxis würde ich dir aber dringend raten, für jede der beiden Städte eine Nacht einzuplanen.
Die Fahrzeit ist dabei gar nicht das Problem. Beide Städte haben einfach mehr zu bieten, als in ein paar Stunden passt. Coimbra ist eine richtige Universitätsstadt, mit einer Bibliothek oben auf dem Hügel, einer Altstadt am Fluss und einer Fado-Tradition, die man am besten nach Einbruch der Dunkelheit erlebt. Wenn du versuchst, das alles zwischen zwei Zügen unterzubringen, wird der Besuch zum Gewaltmarsch. Viana do Castelo ist das genaue Gegenteil: eine ruhige, gemächliche Stadt an der breiten Mündung des Lima, über der das Santuário de Santa Luzia wacht. Sie gehört zu den Orten, die sich eher an einem Abend als an einem Nachmittag erschließen, und ist bei ausländischen Besuchern fast unbekannt. Wenn du für eine Nacht der üblichen Touristenroute entkommen willst, würde ich dich genau hierher schicken.
Wenn du wirklich nur einen Tag erübrigen kannst, nimm den ersten Zug hin und den letzten zurück und find dich damit ab, dass du dir zwei oder drei Sehenswürdigkeiten aussuchen musst, statt alles zu sehen.
Weitere Artikel: Viana do Castelo - Coimbra-Reiseführer
Das Santuário de Santa Luzia in Viana do Castelo
Mit einem Mietwagen kommst du in Ecken des Nordens, die der Zug nie so richtig erreicht, und kannst mehrere Orte an einem einzigen Tag kombinieren. Mit dem Auto würde ich folgende Reihenfolge vorschlagen:
1) Guimarães 2) Braga 3) Douro-Tal und Lamego 4) Viana do Castelo 5) Aveiro und Costa Nova 6) Ponte de Lima und Ponte da Barca 7) der obere Minho (Monção, Valença und Cerveira)
Bei der Autovariante tauschst du ein paar der einfacheren Bahnausflüge gegen die schwerer erreichbaren Teile der Region ein, vor allem den oberen Minho, den man auf anderem Weg kaum vernünftig erkunden kann.
Noch ein praktischer Hinweis aus vielen Jahren Erfahrung: In Porto, Braga und Guimarães ist ein Auto eher Hindernis als Hilfe. Die historischen Zentren wurden nie für Autos gebaut, und Parkplätze sind teuer, sofern du überhaupt einen findest. Miete dir nur für die Tage einen Wagen, an denen du ihn brauchst.
Das hübsche Städtchen Pinhão am Douro
Die Küste nördlich und südlich von Porto ist von breiten Atlantikstränden gesäumt, und die meisten davon liegen nur eine kurze Zug- oder Metrofahrt entfernt. Die vier, die ich dir empfehlen würde, sind Vila do Conde, Miramar, Espinho und Póvoa de Varzim. Jeder dieser Orte verbindet einen ordentlichen Sandstrand mit einer Stadt, in der sich ein Bummel lohnt, wenn du vom Meer genug hast.
Matosinhos ist der Strand, von dem die meisten Besucher zuerst hören, und ich will ehrlich zu dir sein. Der Strand ist breit, das Wasser sauber, und das Mittagessen mit Fisch und Meeresfrüchten danach gehört zum Besten, was der Norden zu bieten hat. Die Umgebung lässt allerdings zu wünschen übrig. Der Strand liegt im Schatten eines Frachthafens und des Kreuzfahrtterminals, und der Ausblick ist eher industriell als malerisch. Fahr zum Baden und zum Mittagessen hin, aber erwarte keine Postkartenidylle.
Weitere Artikel: Strandführer Porto
Die Praia de Miramar
Matosinhos
Die Übersicht oben reicht, um dich zwischen den Zielen zu entscheiden. Im Folgenden stelle ich dir jeden Ort einzeln vor, mit mehr Infos dazu, was es zu sehen gibt, wie viel Zeit du einplanen solltest und wie du am einfachsten hinkommst.
Die Portugiesen haben ein Sprichwort: Portugal nasceu aqui. Hier wurde Portugal geboren. Das ist keine Schwärmerei. Afonso Henriques, der erste König des Landes, kam 1109 innerhalb dieser Mauern zur Welt, und das junge Königreich wurde von der Burg aus regiert, die bis heute am nördlichen Rand der Altstadt steht. Nur wenige Städte in Europa tragen den Titel „Wiege der Nation“ so selbstverständlich wie Guimarães.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander im oberen Teil des historischen Zentrums. Die Burg ist kompakt, und man sieht ihr jedes ihrer Jahre an. Nur ein paar Schritte entfernt steht der Paço dos Duques de Bragança, ein düsterer mittelalterlicher Palast, den die mächtigste Adelsfamilie des Landes im 15. Jahrhundert errichten ließ. Unterhalb davon öffnet sich die Altstadt zu einer Abfolge von Granitplätzen und Straßen mit Arkadengängen, die sich in sechshundert Jahren bemerkenswert wenig verändert haben und Guimarães 2001 den Status als UNESCO-Welterbe einbrachten.
Wenn du die Burg und das Zentrum gesehen hast, würde ich mit der Seilbahn auf den Monte da Penha fahren. In wenigen Minuten geht es vierhundert Meter über die Stadt hinauf, und der Blick zurück über die Dächer und hinaus über den Minho ist der beste, den du auf die Region bekommst. Oben gibt es leichte Wanderwege, falls du den Besuch ausdehnen möchtest, und wenn nicht, eine kleine Kapelle und ein Café.
Ein Direktzug von Porto braucht etwa eine Stunde, und ein halber Tag in der Stadt reicht für einen entspannten Besuch. Solltest du nur einen Tagesausflug aus dieser Liste machen, würde ich diesen wählen.
Weitere Artikel: Guimarães: Einführung - Von Porto nach Guimarães - Tagesausflug nach Guimarães: Reiseführer
Der düstere Palast der Duques de Bragança stammt aus dem 15. Jahrhundert
Zweitausend Jahre religiöser Tradition haben diese Stadt geprägt. So ist ein Ort entstanden, an dem Kirchen zahlreicher sind als fast jede andere Art von Denkmal und an dem die älteste Kathedrale Portugals noch immer mitten im historischen Zentrum steht.
Die Sé de Braga ist der naheliegende Ausgangspunkt. Sie wurde im 11. Jahrhundert an der Stelle einer noch älteren Kirche gegründet und ist ein vielschichtiger Bau, den jede Stilepoche, die Portugal erlebte, neu geprägt hat: von der Romanik über die Gotik bis zum Barock. Rund um die Kathedrale entfaltet sich das historische Zentrum zu einem Netz aus Fußgängerstraßen, begrünten Plätzen und prächtigen öffentlichen Gebäuden, für die du dir einen gemütlichen Vormittag zum Bummeln nehmen solltest. Trotz der religiösen Prägung ist Braga dank seiner Universität auch eine der jüngsten Städte des Landes, und die Cafés und Bars sorgen für eine Lebendigkeit, die man bei so vielen Kirchen nicht erwarten würde.
Der andere Grund, warum die meisten Besucher nach Braga kommen, ist Bom Jesus do Monte, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Die barocke Pilgertreppe zieht sich in einer Folge von Treppenabschnitten im Zickzack den bewaldeten Hang hinauf, und jeder davon ist mit Kapellen, Brunnen und allegorischen Statuen geschmückt, die die Sinne und die Tugenden darstellen. Die gesamte Anlage soll den Aufstieg der Seele zum Himmel symbolisieren, und jeder Treppenabschnitt ist einer anderen Etappe dieses Weges gewidmet. Sie gehört zu den meistfotografierten Denkmälern des Landes, und das völlig zu Recht. Du kannst die Stufen in etwa zwanzig Minuten zu Fuß hinaufsteigen oder die mit Wasserkraft betriebene Standseilbahn nehmen, die seit 1882 Pilger nach oben bringt.
Für Braga und Bom Jesus zusammen solltest du bei gemütlichem Tempo vier bis fünf Stunden einplanen. Der Direktzug von Porto braucht etwas mehr als eine Stunde, was diesen Ausflug zu einem der unkompliziertesten auf der Liste macht.
Weitere Artikel: Braga: Einführung - Tagesausflug nach Braga
Der dritte Treppenabschnitt hinauf zur Kirche Bom Jesus do Monte
Die Sé de Braga
Der Douro ist das älteste abgegrenzte Weinbaugebiet der Welt. Seine Grenzen wurden 1756 per königlichem Dekret festgelegt, fast ein Jahrhundert bevor Bordeaux dasselbe gelang. Jeder Tropfen Portwein, der je erzeugt wurde, stammt von diesen terrassierten Hängen, und die Landschaft, die du heute siehst, mit ihren Trockenmauern und den von Hand angelegten Terrassen, die steil zum Fluss abfallen, hat der Handel über drei Jahrhunderte hinweg geformt. Die UNESCO hat das Tal 2001 zum Welterbe erklärt und damit die Kulturlandschaft gewürdigt, nicht den Wein selbst.
Die beiden wichtigsten Orte, Pinhão und Peso da Régua, liegen direkt am Flussufer und dienen den meisten Besuchern als Ausgangspunkt. Régua ist der größere der beiden und beherbergt das Museu do Douro, und dort fängst du am besten an, wenn du verstehen willst, wie der Portweinhandel eigentlich funktioniert. Pinhão ist kleiner und hübscher und liegt tief im Tal, wo die Weinberge am engsten an den Fluss heranrücken. Sein Bahnhof mit seinen Azulejos, die die Weinlese zeigen, gehört zu den meistfotografierten des Landes.
Es gibt drei Möglichkeiten, das Tal richtig zu erleben, und die Wahl zwischen ihnen macht schon die halbe Freude an der Reise aus. Die Bahnstrecke Linha do Douro führt von Porto nach Pocinho, und der Abschnitt östlich von Régua gilt als eine der schönsten Zugfahrten Europas. Die Straße N222 begleitet den Fluss durch dieselbe Landschaft und wurde einmal zur besten Straße der Welt zum Autofahren gewählt. Mit dem Auto bist du frei und kannst an Quintas und Aussichtspunkten halten, wann immer der Blick es verlangt. Flusskreuzfahrten starten in Porto und Régua und zeigen dir dieselbe Landschaft am langsamsten und entspanntesten, meist mit Mittagessen und Weinprobe inklusive.
Wenn du nur einen Tag Zeit hast, würde ich den frühen Zug nach Régua nehmen, dort auf eine kurze Flussfahrt nach Pinhão umsteigen und am späten Nachmittag mit der Bahn zurückfahren. So hast du an einem einzigen Tag Zug und Fluss, und das ist schon das meiste von dem, was den Douro ausmacht.
Die Bahnstrecke Linha do Douro folgt dem Fluss stromaufwärts
Aveiro wird oft das Venedig Portugals genannt, und solche Vergleiche versprechen meistens mehr, als ein Ort halten kann. Hier ist der Vergleich zumindest teilweise berechtigt. Die Altstadt liegt am Rand einer weiten Küstenlagune und wird von Kanälen durchzogen, und die Boote, die auf ihnen unterwegs sind, die bunten, flachbödigen Moliceiros, erinnern tatsächlich ein wenig an Gondeln. Ursprünglich waren es Arbeitsboote, mit denen man Seetang als Dünger erntete. Heute werden sie für kurze Rundfahrten auf den wichtigsten Wasserwegen der Stadt eingesetzt.
Der andere Grund, warum sich die Fahrt nach Aveiro lohnt, ist die Jugendstilarchitektur. Anfang des 20. Jahrhunderts brachten der Salz- und der Seetanghandel Wohlstand in die Stadt, und eine ganze Generation von Kaufleuten steckte ihn in verzierte Kachelfassaden und geschwungene Schmiedeeisenarbeiten, die bemerkenswert gut gealtert sind. Auf einem kurzen Rundgang siehst du die schönsten davon, dazu den Fischmarkt und das hübsche alte Fischerviertel Beira-Mar. Ein Vormittag reicht, um das Zentrum in aller Ruhe anzuschauen.
Deshalb kombiniere ich Aveiro immer mit Costa Nova, acht Kilometer weiter westlich an der Küste. Das kleine Fischerdorf ist berühmt für seine bonbongestreiften Holzhäuschen, die Palheiros. Fischer bauten sie ursprünglich als Lager für Netze und Boote. Heute sind sie in roten, blauen, gelben und grünen Streifen bemalt und säumen die Uferpromenade, ein Bild, das zu den meistfotografierten des Landes gehört. Das Dorf selbst ist so klein, dass du es in zwanzig Minuten abgelaufen hast, aber ein ausgiebiges Mittagessen mit gegrilltem Fisch in einem der Restaurants an der Promenade gehört zu jenen kleinen portugiesischen Freuden, die den Ausflug schon für sich allein rechtfertigen.
Zwischen Porto und Aveiro gibt es eine direkte Zugverbindung, die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Von Aveiro nach Costa Nova fahren alle halbe Stunde Busse, die fünfzehn Minuten brauchen, unterwegs aber ein paar Mal halten. Deshalb rufe ich mir für die fünfzehn Minuten meistens ein Uber.
Die Moliceiros, die Boote von Aveiro
Hat Braga die berühmteste Barocktreppe Portugals, so hat Lamego diejenige, die die meisten Besucher übersehen. Das Santuário de Nossa Senhora dos Remédios liegt hoch über der Stadt. Du erreichst es über eine Zickzacktreppe mit fast siebenhundert Stufen, geschmückt mit Kapellen, Fliesenbildern und steinernen Brunnen. Oben wartet eine Kirche mit zwei Türmen, die seit fast drei Jahrhunderten Pilger anzieht. In allem, was wirklich zählt, ist das Heiligtum dem Bom Jesus do Monte ebenbürtig, und du teilst es mit nur einem Bruchteil des Andrangs.
Auch der Abstieg in die Stadt lohnt sich. Eine prächtige Allee zieht sich durch die gesamte Altstadt, gesäumt von Cafés und kleinen Läden, und endet an der alten Burg, die seit dem zwölften Jahrhundert über Lamego wacht. Dazwischen liegen ruhige Plätze, eine schöne Kathedrale und jene gemächliche Kleinstadtatmosphäre, die den bekannteren Orten am Douro allmählich abhandenkommt.
Wenn du ein Auto hast, würde ich den Tag um zwei kurze Abstecher verlängern. Das Mosteiro de São João de Tarouca, zwanzig Minuten südlich, ist das älteste Zisterzienserkloster des Landes. Es wurde 1152 gegründet und ist heute eine romantische Ruine in bewaldeter Landschaft. Ein Stück weiter liegt Ucanha, ein kleines Dorf, dessen mittelalterliche Brücke und Wehrturm ihm einen der schönsten Ortseingänge der ganzen Region verleihen.
Lamego lässt sich gut mit Peso da Régua verbinden, das zwölf Kilometer weiter nördlich am Fluss liegt und Ausgangspunkt der meisten Douro-Kreuzfahrten ist. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nimmst du den Zug der Linha do Douro von Porto nach Régua und fährst dann mit einem Anschlussbus hinauf nach Lamego. Mit dem Auto lassen sich beide Orte bequem kombinieren, und zusammen ergeben sie einen der interessanteren Tage, die du am Douro verbringen kannst.
Die Altstadt von Lamego, vom Castelo de Lamego aus gesehen
Vila do Conde ist einer der seltenen Badeorte, die sich nicht vom Strand vereinnahmen lassen. Die Altstadt ist noch immer ein aktiver Fischerhafen, das Kloster auf dem Hügel wacht wie schon seit siebenhundert Jahren über die Flussmündung, und die drei Kilometer goldener Sand, die sich nach Norden bis Póvoa de Varzim ziehen, wirken fast nebensächlich. Aber eben nur fast.
Die Silhouette der Stadt prägt das Mosteiro de Santa Clara, das 1318 gegründet wurde und zu seiner Blütezeit das größte Kloster Nordportugals war. Dahinter verläuft das Eindrucksvollste, was die Stadt zu bieten hat: das große steinerne Aquädukt, das einst Wasser aus fünf Kilometern Entfernung zum Kloster brachte und sich noch heute auf Hunderten von Granitbögen fast tausend Meter weit hinzieht. Unten in der Altstadt findest du die gotische Igreja Matriz, ein kleines Netz aus gepflasterten Gassen und die Hafenpromenade, an der die Nau Quinhentista vor Anker liegt. Sie ist ein Nachbau in Originalgröße eines portugiesischen Segelschiffs aus dem sechzehnten Jahrhundert, an dessen Bord du für ein paar Euro gehen kannst.
Der Strand selbst ist breit und unkompliziert. Der Hauptabschnitt liegt nördlich des Flusses und wird von einer langen Promenade und einer Handvoll Restaurants gesäumt, während die ruhigere Praia da Azurara am Südufer natürlicher wirkt; hinter ihr erstrecken sich geschützte Dünen. Beide haben weichen goldenen Sand und das belebend kühle Atlantikwasser, für das der Norden Portugals bekannt ist.
Póvoa de Varzim liegt am nördlichen Ende desselben Strandes. Der Sand ist dort wohl sogar besser und der Ort belebter, aber Póvoa ist ein moderner Badeort und keine historische Stadt. Wenn du dich zwischen beiden entscheiden musst, ist Vila do Conde der lohnendere Tagesausflug. Beide liegen an derselben Metrolinie ab Porto, etwa vierzig Minuten vom Stadtzentrum entfernt.
Weitere Artikel: Vila do Conde - Póvoa de Varzim
Das Mosteiro de Santa Clara, vom Fluss Ave aus gesehen
Coimbra ist die altehrwürdige Universitätsstadt Portugals, eine Stadt voller Geschichte und Traditionen. Die Studierenden in ihren typischen schwarzen Umhängen sieht man überall in der Stadt.
Auf der Karte wirkt Coimbra vielleicht zu weit entfernt für einen Tagesausflug ab Porto, doch die Stadt ist an den Schnellzug Alfa Pendular angebunden, der die Strecke in weniger als einer Stunde schafft.
Diese Zugtickets musst du im Voraus buchen. Coimbra lässt sich auch als Tagesausflug einplanen, wenn du zwischen Porto und Lissabon unterwegs bist.
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Vom Experten: Ich bin Philip Giddings. Ich bereise Portugal seit 2001 und lebe heute im Viertel Graça in Lissabon, zusammen mit meiner portugiesischen Frau Carla, deren Familie seit Generationen dort verwurzelt ist. Carla nahm mich schon auf einer unserer ersten Reisen mit nach Porto, stolz darauf, mir ihr Land zu zeigen. Auch 25 Jahre später reisen wir noch fast jeden Monat in den Norden, um ihre Tante und die weitere Verwandtschaft zu besuchen, die in der Stadt lebt.
Seit 2010 schreibe ich die unabhängigen Reiseführer auf Porto-North-Portugal.com, und die Website ist inzwischen mein Hauptberuf. Da ich in Portugal lebe, in eine portugiesische Familie eingeheiratet habe und jeden Monat in Porto unterwegs bin, habe ich einen Einblick aus erster Hand, den viele ausländische Blogger schlichtweg nicht haben.
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