Porto-North-Portugal.com
Der beste unabhängige Reiseführer für Porto
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Von Philip Giddings · Zuletzt aktualisiert am
Porto drückt dir ein Glas mit etwas Dunklem, Süßem in die Hand, zeigt über den Douro auf die Portweinkeller, die die Stadt reich gemacht haben, und lässt dann die Stadt für sich sprechen. Granit, Fluss und Portwein. Auch nach neun Jahrhunderten prägen diese drei Dinge die Stadt noch immer.
Das historische Zentrum ist die Ribeira, ein Gewirr aus engen Gassen und altersgezeichneten Häusern, die sich über dem Flussufer stapeln. Hier hängt Wäsche an schmiedeeisernen Balkonen, und aus den familiengeführten Tascas zieht der Duft gegrillter Sardinen. Von hier aus bringt dich die doppelstöckige Brücke Dom Luís I über den Douro nach Vila Nova de Gaia zu den Portweinkellereien, die den Wohlstand der Stadt begründet haben und in denen du einen Tawny probieren kannst, der zwanzig Jahre in Eichenfässern gereift ist. Den Fluss selbst erlebst du am besten vom Wasser aus, und ich würde eines der hölzernen Rabelo-Boote nehmen, die früher Portweinfässer aus den Weinbergen des Douro-Tals flussabwärts brachten.
So geschichtsträchtig Porto auch ist, in der Vergangenheit lebt die Stadt nicht. Die Kathedrale Sé und die vergoldete Igreja de São Francisco prägen nach wie vor die Altstadt, doch ein paar Straßen weiter findest du ehrgeizige junge Restaurants, Boutiquen mit Kunsthandwerk in restaurierten Kaufmannshäusern und Dachterrassenbars, in denen bis spät in die Nacht Musik läuft und lebhaft geredet wird. Unten an der Mündung des Douro tauscht das Viertel Foz Kopfsteinpflastergassen gegen die Brise vom Meer, und hierher kommt die Stadt am Wochenende, um einen Gang herunterzuschalten.
Porto liegt außerdem mitten in einer Region, die du bestimmt erkunden willst. Mit dem Zug erreichst du in weniger als einer Stunde Guimarães, wo der erste König Portugals geboren wurde, oder Braga, die religiöse Hauptstadt des Landes. Östlich der Stadt öffnet sich das Douro-Tal mit seinen terrassierten Weinbergen, die steil zum Fluss abfallen, auf dem der Portweinhandel groß wurde.
Ich bereise Portugal seit 2001, und für meine portugiesische Frau und mich ist Porto seit fünfundzwanzig Jahren unser zweites Zuhause. In diesem Reiseführer gebe ich weiter, was wir dabei gelernt haben, damit du eine Reise planen kannst, die sowohl der Stadt als auch dem Norden Portugals über die Stadtgrenzen hinaus gerecht wird.
Die Ribeira: Portos ältestes Viertel, das sich in Stufen aus farbig getünchten Häusern den Hang hinaufzieht, verbunden durch Steintreppen, die für Autos zu schmal sind. Am Kai unten am Fluss trifft sich die Stadt bei Sonnenuntergang, ein Glas in der Hand, und sieht zu, wie das Licht über Vila Nova de Gaia verblasst.
Portwein: Der Likörwein, der seinen Namen der Stadt verdankt und noch heute in den Kellern am anderen Flussufer reift. Eine Verkostung ist das Ritual, das jeder Besucher mitmacht, und du hast die Wahl zwischen einem jungen Ruby, einem nussigen Tawny oder einem Vintage, der vielleicht älter ist als du.
Der Douro: Der Fluss, der Porto seine Form gibt. Er zieht einen weiten Bogen zwischen der Stadt und Vila Nova de Gaia und wird von sechs Brücken überspannt, zwei davon von Eiffel und seinem Schützling entworfen. Eine Bootsfahrt ab der Ribeira ist der einfachste Weg, alle sechs in einer Stunde zu sehen.
Das Viertel Foz: Hier trifft der Douro schließlich auf den Atlantik, und hierher kommt Porto am Wochenende, um Meeresluft zu schnappen. Eine lange Promenade führt an der Küste entlang, vorbei an Gezeitenbecken und Jugendstilvillen, bis zum Leuchtturm auf der Landspitze.
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Zwei volle Tage sind das Minimum, drei sind besser, und mit einer Woche kannst du ohne Hektik auch die Umgebung erkunden. Bleibst du weniger als zwei Tage, musst du dich zwischen der Altstadt und den Portweinkellereien entscheiden, und vor diese Wahl würde ich keinen Besucher stellen.
Der erste Tag gehört der Altstadt: Du arbeitest dich von der Kathedrale Sé oben auf dem Hügel hinunter bis zur Ribeira am Fluss und kommst dabei am Torre dos Clérigos, an der gekachelten Fassade der Igreja do Carmo und an der Buchhandlung Livraria Lello vorbei. Lass den Nachmittag am Miradouro da Serra do Pilar ausklingen, denn an den Sonnenuntergang über Porto von dort oben erinnert sich jeder Besucher. Anschließend ist es nur ein kurzer Spaziergang zurück über die Brücke zur Ribeira, wo du am Kai zu Abend essen kannst. Die Bars rund um die Rua Galeria de Paris (die hier alle nur „Bar Street“ nennen) ziehen dagegen ein jüngeres Studentenpublikum an, das bis spät in die Nacht feiert.
Der zweite Tag ist für Vila Nova de Gaia reserviert, wo du vormittags in den alten Kellereien auf der anderen Flussseite Portwein verkosten kannst. Nach dem Mittagessen fährst du mit der historischen Straßenbahn (Linie 1) am Flussufer entlang ins Viertel Foz, wo der Douro in den Atlantik mündet und ganz Porto auf der Promenade spazieren geht. Wenn du den Nachmittag lieber entspannter verbringen möchtest, nimm statt der Straßenbahn eine der Bootstouren, die unter den sechs Brücken des Douro hindurchgleiten.
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Die interaktive Karte unten zeigt einen Routenvorschlag für zwei Tage in Porto. Die grüne Linie kennzeichnet die Route des ersten Tages, die gelbe Linie markiert den zweiten Tag. (Hinweis: Zoome heraus, um alle Punkte zu sehen)
Tag eins: 1) Bahnhof São Bento 2) Torre dos Clérigos 3) Igreja do Carmo 4) Platz Avenida dos Aliados 5) Kathedrale Sé 6) Viertel Ribeira 7) Igreja de São Francisco 8) Palácio da Bolsa 9) Rua das Flores (Einkaufsstraße)
Tag zwei: 10) Brücke Ponte Luís I 11) Cálem (Portweinkellerei) 12) Sandeman (Portweinkellerei) 13) Ferreira (Portweinkellerei) 14) Viertel Foz
Die prächtige Igreja do Carmo mit ihren wunderschönen Azulejo-Wandbildern
Zwei Tage werden der Stadt gerecht, aber vom übrigen Nordportugal siehst du dann nichts. Die Region rund um Porto gehört zu den vielfältigsten des Landes, mit mittelalterlichen Städten, terrassierten Weintälern und Atlantikstränden, und all das ist von der Stadt aus mit dem Zug in ein bis zwei Stunden erreichbar. Ich würde gern eine ganze Woche mit Tagesausflügen füllen und hätte trotzdem noch einiges für das nächste Mal übrig.
Mein Vorschlag für eine Woche mit Porto als Ausgangspunkt:
• Tag 1 - Porto (Altstadt)
• Tag 2 - Porto (Vila Nova de Gaia und das Viertel Foz)
• Tag 3 - Tagesausflug nach Guimarães
• Tag 4 - Tagesausflug nach Braga
• Tag 5 - Tagesausflug ins Douro-Tal (mit dem Auto, dem Zug oder per Flusskreuzfahrt)
• Tag 6 - Tagesausflug nach Aveiro und Costa Nova
• Tag 7 - Tagesausflug nach Vila do Conde oder Lamego
Gut zu wissen: Alle diese Tagesausflüge lassen sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternehmen, ein Auto brauchst du in deinem Urlaub in Porto also nicht.
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Guimarães ist mein liebster Tagesausflug ab Porto
Der September ist mein Lieblingsmonat für eine Reise nach Porto: Der sommerliche Andrang hat nachgelassen, aber das Wetter fühlt sich noch nach Sommer an. Als Alternative würde ich Ende Mai bis in den Juni hinein wählen: warm, aber noch nicht überlaufen, und ideal, um bei Tagesausflügen die weitere Umgebung zu erkunden und sogar einen Abstecher an den Strand zu machen.
Juli und August sind die heißesten und vollsten Monate, doch im Hochsommer gibt es in Portugal keinen besseren Ort als Porto. Der Atlantik sorgt dafür, dass es in der Stadt spürbar kühler ist als in Lissabon oder an der Algarve, und auch wenn sich die Stadt durchaus mit Touristen füllt, wird es nie so eng wie in Lissabon, Lagos oder Sintra. Wenn du im Hochsommer reist, ist Porto die klügere Wahl.
Im Winter ist Flexibilität gefragt. Von November bis März kann es in Porto überraschend nass sein, mit Regen, der tagelang anhält. Plane deshalb mit Alternativen: Sieht die Vorhersage trocken aus, fahr in den Norden nach Porto; sieht sie nass aus, fahr in den Süden nach Lissabon oder an die Algarve, wo das Wetter meist freundlicher ist.
Weiterer Artikel: Wann ist die beste Reisezeit für Porto?
Auf der Karte wirkt Porto weitläufig, doch der Bereich, in dem du dich tatsächlich aufhalten willst, ist so klein, dass du ihn in zwanzig Minuten zu Fuß durchquerst. Stimmt die Lage, bist du vom Abendessen, von den Portweinkellereien oder vom Fluss aus in höchstens zehn Minuten wieder im Hotel. Liegst du daneben, verbringst du die halbe Reise in der Metro.
Für einen ersten Besuch würde ich auf der Nordseite des Douro übernachten, in der Ribeira oder der Baixa oder nur ein paar Gehminuten davon entfernt. Hier konzentrieren sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Portos, und die besten Restaurants und Bars liegen nur ein paar wacklige Schritte voneinander entfernt. Außerdem ist die Stadt hier nach Einbruch der Dunkelheit am lebendigsten.
Als Faustregel gilt: Übernachte nicht weiter als 400 Meter vom Rand dieser beiden Viertel entfernt. Porto ist an einem steilen Hang über dem Fluss gebaut, und aus den fünf Gehminuten, die du auf der Karte abmisst, wird am Ende eines langen Tages gern ein mühsamer Aufstieg zurück zum Hotel.
Bist du eher geschäftlich als für Besichtigungen unterwegs, kommt das Viertel Boavista rund 2 km westlich des historischen Zentrums infrage. Hier findest du die Hotels der internationalen Ketten und Parkplätze, die weder knapp noch teuer sind.
In Vila Nova de Gaia am Südufer des Douro wohnst du mitten zwischen den Portweinkellereien und hast einige der schönsten Ausblicke über den Fluss hinüber auf die Altstadt. Der Haken ist die Brücke: Du wirst sie mehrmals am Tag überqueren, und den Aufstieg zurück nach Gaia nach dem Abendessen in der Ribeira willst du nicht allzu oft wiederholen. Eine ausführliche Übersicht über alle Viertel findest du in diesem Ratgeber.
Die Ribeira an einem Sommertag, belebt im besten Sinne, mit Marktständen, Straßenkünstlern und viel Trubel am Kai. Einer der schönsten Orte der Stadt, um einen Nachmittag zu verbringen.
Porto bietet nach wie vor eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse für eine Städtereise in Westeuropa und ist immer noch günstiger als Lissabon, auch wenn der Abstand von Jahr zu Jahr kleiner wird. Ein Mittagessen mit drei Gängen in einer familiengeführten Tasca samt einem Glas Wein kostet rund 15 €, ein Glas Hauswein in einer ordentlichen Bar selten mehr als 4 €, und ein Einzelticket für die Metro quer durch die Stadt 1,40 €.
Auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten schonen den Geldbeutel. Die meisten Kirchen Portos kannst du kostenlos besichtigen, die großen Museen verlangen 5 bis 10 € Eintritt, und eine Führung durch eine Portweinkellerei mit Verkostung gibt es ab etwa 15 €. Bei keinem dieser Preise musst du lange überlegen, ob du hineingehst.
Bei den Unterkünften sind die Preise in den letzten Jahren am stärksten gestiegen. Porto ist nicht mehr das Schnäppchen von vor zehn Jahren, vor allem zwischen Juni und September, wenn ein Mittelklassehotel im historischen Zentrum leicht 150 bis 200 € pro Nacht kosten kann. Buchst du frühzeitig oder reist in der Nebensaison im Mai oder September, macht sich das deutlich bemerkbar.
Alles in allem kostet dich eine Woche in Porto spürbar weniger als eine vergleichbare Reise nach Barcelona, Rom oder Amsterdam, und die Stadt bietet dir für dein Geld mehr als jede von ihnen.
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Die Câmara Municipal do Porto, das Rathaus. Jünger, als es aussieht: Das Gebäude wurde erst 1957 fertiggestellt, nach mehr als vier Jahrzehnten Bauzeit mit vielen Unterbrechungen
Porto ist steiler als Lissabon. Das sage ich als jemand, der in Lissabon lebt, täglich seine Hügel hinaufsteigt und Porto trotzdem zu Fuß für die anstrengendere Stadt hält. Das historische Zentrum steigt vom Douro bis zur Kathedrale steil und fast ohne Unterbrechung an, und beinahe jeder Spaziergang endet mit einer Treppe oder einem gnadenlosen Anstieg. Das ist kein Grund, sich abschrecken zu lassen, aber du solltest es einplanen.
Bequeme Schuhe mit gutem Profil sind unverzichtbar. Portos Gehwege sind mit Calçada gepflastert, den traditionellen kleinen Kalksteinwürfeln, die bei Regen tückisch glatt werden und schon mehr Besucher zu Fall gebracht haben, als ich zählen mag. Teil dir im Sommer auch deine Kräfte ein. Die Kombination aus Portos Hügeln und der Augusthitze ist der häufigste Grund, warum ich Touristen schon am Nachmittag erschöpft auf einer Bank sitzen sehe.
Die Ribeira an der Uferpromenade. Die Kathedrale oben über den Dächern liegt gut zehn Stockwerke höher, und das lässt ahnen, welcher Aufstieg dich auf dem Rückweg zum Hotel erwartet.
Die meisten, die zum ersten Mal nach Porto kommen, sind überrascht, dass die Stadt am Anfang eines der schönsten Küstenabschnitte Nordeuropas liegt. Mit Bus oder Metro bist du von der Altstadt aus in zwanzig Minuten am goldenen Sandstrand: Die Atlantikwellen rollen heran, und gleich hinter dem Strand wartet ein Mittagessen mit Fisch und Meeresfrüchten. Nur wenige große Städte Europas machen es einem so leicht.
Die Küste heißt hier Costa Verde. Von der Douromündung aus zieht sie sich als fast ununterbrochene Linie aus Sand, Dünen und felsigen Landzungen nach Norden und Süden. Noch innerhalb der Stadt reihen sich im Viertel Foz do Douro kleine Buchten aneinander, verbunden durch eine elegante Uferpromenade, ideal für einen halben Tag zu Fuß, mit dem Meer immer an deiner Seite. Ein Stück weiter nördlich füllt sich der breite Sandstrand Praia de Matosinhos an sonnigen Wochenenden mit einheimischen Familien, und in den Straßen hinter dem Strand verstecken sich einige der besten Fischrestaurants Portugals.
Fährst du etwas weiter, hast du entlang der Küste die freie Wahl. Südlich des Douro bringt dich der Vorortzug in weniger als vierzig Minuten zu den wilderen Stränden rund um Miramar und Aguda. Im Norden fährt die Metro bis nach Vila do Conde, in die historische Stadt, wo bei Azurara an der Endstation ein langer, von Dünen gesäumter Sandbogen wartet. Wenn du nur für einen dieser Ausflüge Zeit hast, würde ich dich nach Vila do Conde schicken: Strand, Mittagessen mit Fisch und ein Hafen, in dem noch richtig gearbeitet wird, füllen dort einen ganzen Tag statt nur einen halben.
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Der breite Sandstrand von Matosinhos liegt der Stadt am nächsten, und genau hierhin zieht es die Leute aus Porto an sonnigen Wochenenden.
Für einen ruhigeren Tag bieten sich die Strände rund um Miramar an, mit dem Zug vierzig Minuten weiter südlich
Am Flughafen Francisco Sá Carneiro in Porto kommt man so reibungslos an wie an kaum einem anderen Ort in Europa, und in Rankings landet er immer wieder unter den besten Flughäfen Europas in seiner Größe. Ich habe über die Jahre alle drei großen Flughäfen Portugals genutzt und würde Porto jedes Mal Lissabon oder Faro vorziehen, vor allem in der Hochsaison, wenn die anderen beiden unter ihrem eigenen Andrang ächzen. Der Flughafen hat ein einziges modernes Terminal und liegt nur 11 km nördlich des Stadtzentrums. Für die Weiterfahrt in die Stadt gibt es mehrere Möglichkeiten.
Den meisten würde ich raten, bei der Ankunft auf die Metro zu verzichten und ein Uber oder Bolt zu nehmen. Die Fahrt kostet meist 12 bis 16 € und dauert etwa fünfundzwanzig Minuten. Nach einem langen Flug und mit Gepäck im Schlepptau ist der Komfort die paar Euro mehr gegenüber der Metro wert. Einziger Haken: Die Wartezeit kann sich gelegentlich auf fünfzehn bis zwanzig Minuten ausdehnen, vor allem in der abendlichen Hauptverkehrszeit oder spät in der Nacht, wenn mehrere Flüge gleichzeitig landen.
Die Metro ist die günstigste Variante, und für sie würde ich mich entscheiden, wenn du mit leichtem Gepäck reist. Die violette Linie E fährt direkt vom Flughafen ins Stadtzentrum, zu Stoßzeiten dreimal pro Stunde. Ein Z4-Einzelticket kostet 2,30 €, dazu kommen einmalig 0,60 € für die wiederaufladbare Andante-Karte, auf die das Ticket geladen wird. Bis Trindade, dem wichtigsten Knotenpunkt im Zentrum, bist du etwa siebenundzwanzig Minuten unterwegs, und von dort steht dir das restliche Metronetz offen.
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Wenn du während deiner Reise in Porto wohnst, lautet die kurze Antwort: nein. Die Altstadt ist kompakt, gut zu Fuß zu erkunden und so hügelig und steil, dass ein Auto eher hinderlich als nützlich ist. Die Straßen sind eng, Parkplätze sind knapp und teuer, und an den hiesigen Fahrstil muss man sich erst ein paar Tage gewöhnen, selbst für uns, die wir in Portugal leben. Wenn du dann noch an einem Freitagnachmittag auf der Ponte da Arrábida im Stau stehst, fragst du dich schnell, warum du dir das überhaupt angetan hast.
Fast alles andere erledigen die öffentlichen Verkehrsmittel für dich. Metro und Busse bringen dich zu den meisten Orten, die du in der Stadt sehen willst, und für die Lücken dazwischen gibt es Uber und Bolt zu günstigen Preisen. Von Portos beiden großen Bahnhöfen, São Bento und Campanhã, erreichst du fast jedes beliebte Ausflugsziel ohne Mühe. Nach Braga, Guimarães, Aveiro und ins Douro-Tal fahren von der Stadt aus regelmäßig Direktzüge, und die Züge sind günstig, fahren häufig und sind viel entspannter als die Fahrt über die Straße.
In zwei Fällen würde ich über einen Mietwagen nachdenken. Zum einen, wenn du die wilderen Ecken Nordportugals erkunden willst: die Bergdörfer im Nationalpark Peneda-Gerês oder die abgelegeneren Winkel des Douro-Tals jenseits von Pinhão. Keines dieser Ziele ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, und erst mit dem Auto erschließen sie sich richtig. Zum anderen, wenn du der Costa Verde nördlich der Stadt folgen willst, über das Metronetz hinaus, bis zu den ruhigeren Stränden rund um Esposende und Viana do Castelo. Bis Viana kommst du zwar mit dem Zug, aber mit dem Auto kannst du anhalten, wo immer die Küste dich lockt.
Falls du doch ein Auto mietest, gebe ich immer denselben Rat: Hol es am Morgen ab, an dem du die Stadt verlässt, und gib es gleich bei deiner Rückkehr wieder ab.
Ehrlich gesagt: ja und nein, und was davon zutrifft, hängt vor allem von deinen Kindern ab. Porto ist eine der sichersten und familienfreundlichsten Städte Europas. Die Portugiesen haben ein großes Herz für Kinder, und in jedem Restaurant, Hotel und Laden werden sie herzlich empfangen, oft mit mehr Begeisterung als die Erwachsenen an deinem Tisch. Die Stadt bietet außerdem viel, was allen Generationen Spaß macht, von einer Fahrt mit der historischen Straßenbahn und der Seilbahn über den Douro bis zu einer Bootstour unter den Brücken hindurch.
Die unbequemere Wahrheit ist, dass Porto ganz auf die Interessen von Erwachsenen ausgerichtet ist. Die Portweinkellereien, die Barockkirchen, die langen Mittagessen und die Abende, an denen sich alles um Wein dreht, richten sich nicht an Kinder. Meine eigenen Nichten lassen einen Tag Stadtbummel zwar über sich ergehen, aber viel lieber würden sie die Woche am Strand von Cascais verbringen.
Dazu kommen noch die Hügel. Kleine Beine werden bei den Anstiegen schnell müde, und einen Kinderwagen über das Calçada-Pflaster zu schieben, ist für den, der schiebt, harte Arbeit. Nichts davon spricht grundsätzlich gegen Porto als Familienziel, es heißt aber schon, dass sich die Stadt am besten für Familien mit älteren Kindern eignet.
Der eigentliche Vorteil, wenn du dich in Porto einquartierst: Von hier aus erschließt sich dir der übrige Norden Portugals ganz mühelos. In höchstens einer Stunde mit dem Zug stehst du in dem Innenhof, in dem der erste König Portugals geboren wurde, steigst eine barocke Treppe hinauf, die angeblich den Aufstieg der Seele in den Himmel nachbildet, oder schaust zu, wie der Douro an den Terrassenweinbergen vorbeigleitet, auf denen seit dreihundert Jahren Portwein entsteht. Die meisten dieser Ausflüge kosten weniger als ein ordentliches Mittagessen.
Die vier, die ich jedem empfehlen würde, der zum ersten Mal hier ist, sind Guimarães, Braga, Aveiro und das Douro-Tal. Guimarães ist die mittelalterliche Wiege des Landes und für mich der schönste Tagesausflug von der Stadt aus überhaupt. Braga verbindet die älteste Kathedrale Portugals mit der großen Zickzacktreppe von Bom Jesus do Monte und rundet den Tag mit einigen der besten Gerichte des Nordens ab. Aveiro ist ein kleines Kanalstädtchen, das einen Vormittag wert ist, und lässt sich perfekt mit einem Nachmittag bei den bonbonbunt gestreiften Fischerhäuschen im nahen Costa Nova an der Küste kombinieren. Das Douro-Tal, das älteste abgegrenzte Weinbaugebiet der Welt, erlebst du am besten mit einem gemächlichen Panoramazug auf dem Hinweg und einer kurzen Flussfahrt auf dem Rückweg.
Über diese vier hinaus würde ich dir Vila do Conde ans Herz legen, wenn du eine Stadt mit einem richtigen Strand suchst, Lamego als ruhigere Alternative zu Braga oder Viana do Castelo, falls du Zeit für eine Übernachtung weiter im Norden hast. Jeder dieser Orte belohnt dich, wenn du bereit bist, einen Schritt über das Naheliegende hinauszugehen, und jeder von ihnen könnte problemlos einen der vier großen Klassiker ersetzen, falls du diese schon kennst.
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Bom Jesus do Monte in Braga
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Vom Experten: Ich bin Philip Giddings. Ich bereise Portugal seit 2001 und lebe heute im Viertel Graça in Lissabon, zusammen mit meiner portugiesischen Frau Carla, deren Familie seit Generationen dort verwurzelt ist. Carla nahm mich schon auf einer unserer ersten Reisen mit nach Porto, stolz darauf, mir ihr Land zu zeigen. Auch 25 Jahre später reisen wir noch fast jeden Monat in den Norden, um ihre Tante und die weitere Verwandtschaft zu besuchen, die in der Stadt lebt.
Seit 2010 schreibe ich die unabhängigen Reiseführer auf Porto-North-Portugal.com, und die Website ist inzwischen mein Hauptberuf. Da ich in Portugal lebe, in eine portugiesische Familie eingeheiratet habe und jeden Monat in Porto unterwegs bin, habe ich einen Einblick aus erster Hand, den viele ausländische Blogger schlichtweg nicht haben.
Die Seite bietet mittlerweile 174 Reiseführer über Porto und Nordportugal. Ich akzeptiere keine Zahlungen von Tourismusverbänden, Reiseveranstaltern oder Attraktionen für eine Aufnahme in die Reiseführer. Die Seite finanziert sich über Affiliate-Provisionen bei Tour-Buchungen, was auf jeder betreffenden Seite offengelegt wird. Sämtliche praktischen Details (Ticketpreise, Öffnungszeiten, Buslinien, Regelungen zu Zeitfenstern) werden anhand offizieller Quellen geprüft und von mir persönlich bei meinen Rundgängen durch die Stadt gegengeprüft. Meine ganze Geschichte kannst du hier lesen.